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Sahara Rally 2005. |
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 | 21. El Chott: Start in Genua und spannendes Starterfeld |
 Wie gewohnt, wie gehabt: Der Start der 21. Rally El Chott begann am Samstag Morgen mit dem sammeln der Teilnehmer im Hafen von Genua - doch halt, nicht alles war wie bisher. Mal von der Tatsache abgesehen, das der Sammelpunkt aufgrund von Umbauarbeiten des Anlegers der Fähre erheblich kleiner ausfiel, war das Starterfeld gegenüber den Vorjahren auch etwas geschrumpft. Doch irgendwie schien das keinen so richtig zu interessieren - denn das Starterfeld ist spannend wie nie zuvor.
Insgesamt 29 Motorräder, 23 Pkw, 8 Quads und 6 Lkw starten in Wertung - und meinen es verdammt ernst. Denn ebenso hochkarätig wie die Teilnehmer ist auch die Internationalität. So starten aus den Niederlanden neben dem Hutten Rallyteam mit zwei im neuen Design gestylten Kia Sorento (diese sind allerdings nur eine Woche zum Testen für die Dakar dabei) ein Race-Unimog und diverse Motorradpiloten, die sonst im FIM Marathon Worldcup starten, auch aus England sind wieder einige Zweiradpiloten auf dem Weg nach Tunesien.
In allen Fahrzeugkategorien ist der kampfeswille gross, die Fahrzeuge und deren Piloten anders als in den vergangenen Jahren mehr dazu bereit, wirklich um einen Titel zu kämpfen. Ganz vorne mit dabei ist das Team Schreck Sport, das mit zwei Fahrzeugen bereits in Tunesien (zum Testen...) ist. Ein drittes Fahrzeug des fränkischen Rennstalles, ein extrem aufwändig umgebauter Mitsubishi Pajero Cabrio eines Hamburgers mit Wohnsitz in der Schweiz, will es ebenfalls wissen. "Dies ist ein Kindheitstraum von mir" berichtet Pilot Andreas Tank, "nach über 40 Jahren Wartezeit konnte ich mir diesen endlich erfüllen. Mein Mitsubishi ist einfach nur heiss - quasi meine ganz private Playstation" freut sich Tank - seine Augen glänzen dabei wie die eines Kindes vor der weihnachtlichen Bescherung.
Bei den Fahrzeugen dominieren klar Mercedes, Mitsubishi und Nissan das Bild, (eher langsame) Toyotas sind nur spärlich vertreten. Allgemein scheinen eine Grosszahl der Fahrzeuge professionell aufgebaut. So hat auch Teilnehmer Ingo Schmude aufgerüstet: "Mein Mercedes G wurde noch leichter gemacht, ist nun noch schneller. Zweimal hintereinander Platz Fünf 2003 und 2004 ist gut, eigentlich müsste es jetzt besser werden. Doch ich bin Realist, daher ist in erster Hinsicht Ankommen mein Ziel" untertreibt der Paderborner.
Für erstaunte Blicke sorgen auch die beiden Rally-Hummer, die der schwäbische Hummer-Spezialist Eugen Eble in monatelanger Arbeit aufbaute. Dabei startet Eble selbst gemeinsam mit Beifahrer Thomas Ettrichrätz in einem weissen "Berner"-Hummer in geschlossener Ausführung, während der zweite "Humvee", ein weisser Pickup, von einem reinen Damenteam (Dagmar Kleinschmidt und Birgit Zeuch) pilotiert wird. "Hauptsache, die Fahrzeuge halten" berichtet Eugen Eble, "wir haben im vergangenen Jahr viele Erfahrungen gesammelt und diese für die Chott 2005 mit einfliessen lassen." Begleitet werden die Eble-Race-Hummer übrigens von einer Anzahl befreundeter Hummer-Kunden, die nicht nur für Ebles Teams mitfiebern wollen, sondern selbst ihre Fahrzeuge in den Dünen testen wollen.
Pilotin Dagmar Kleinschmidt hat ihren ersten Gag der Rally bereits auf der Durchreise durch die Schweiz erlebt: "Ein Zöllner las nur "Kleinschmidt" auf dem Fahrzeug und fragte, ob ich "Frau Kleinschmidt" wäre. Mir war klar, er meinte Jutta, aber ich tat mal ganz dumm und sagte "Ja, ich bin Frau Kleinschmidt". Kurz darauf sammelten sich die Zöllner um das Fahrzeug und baten um Autogrammkarten..."
Ulkigste Teilnehmer sind drei alte Yamaha-Motorräder - sowie ein uralter Mahindra, ein indischer "Willys Jeep" Nachbau aus den Achtziger Jahren. "Eigentlich wollten wir mit Quads starten" berichtet Pilot Oliver Laslo, "aber dann kam alles anders. Wir hatten noch den Mahindra rumstehen und sind mit ihm so nach Genua gekommen, wie er war". Und das sieht abenteuerlich aus. So ist der Offroad-Oldtimer krumm wie eine Banane, der Unterboden sieht ein wenig wie nach einem Unfall mit einer Mine aus, Rost findet sich selbst auf den Dämpfern. "Egal, Hauptsache mitmachen" grinst Laslo, der übrigens genau so ein spezieller Typ ist, wie sein Fahrzeug.
Gegen 18.00 Uhr deutscher Zeit (die tunesische Zeit und ergo Rallyzeit ist minus eine Stunde) startete die Fähre CF Carthage am Abend in Richtung Tunesien, die Ankunft wird am frühen Sonntag Nachmittag erwartet. Entgegen bisheriger Chott-Rallys wird gleich nach der Ankunft mit einem "Nachtprolog" am Strand von Hammamet gestartet, erst danach geht es ins frisch renovierte Hotel "Le Sultan". Am Montag startet dann die erste lange Etappe, die in zwei Wertungen ausgefahren wird.
Marathonrally.com berichtet täglich über die grösste deutsche Wüsten-Amateurrally mit einer Tageszusammenfassung, Gallerien und (nach Verfügbarkeit) Tabellen, dazu werden wir diverse kleine Kurvideos direkt von der Rally online stellen.
Artikel vom 29.10.2005, Autor: El Chott Live-Team / hs

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