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 | Erg Oriental: 2. Ausgabe der Rally mit der ersten Etappe gestartet |
 Sie gilt als die günstigste Sahara-Amateurrally und wird in diesem Jahr bereits zum zweiten mal ausgetragen: Die Erg Oriental Rally des ehemaligen "El Chott"-Veranstalters Jörg Steinhäuser, der in diesem Jahr sein Jubiläum "25 Jahre Sahara Rallys" feiert. Vom 09. bis 20. Oktober haben sich in Tunesien 28 Pkw und Lkw sowie 18 Motorräder zur Rally gemeldet, dazu kommen zahlreiche Teilnehmer der neu geschaffenen SUV-Challenge. Die Rally startete am Dienstag (nach dem Prolog am Montag) mit der ersten Etappe. Doch nicht nur Amateure sind angetreten - mit Andrea Mayer (Kumho KOS Buggy), Oliver Koepp (Mercedes G), Wolfgang Pasetti (Toyota) und marathonrally.com Mitarbeiter Jörg Sand (Mercedes G) sind auch einige Spitzenfahrer mit FIA-Lizenz dabei.
Am ersten Tag wollten es die Veranstalter ruhiger angehen lassen und schickten die Teilnehmer in eine knapp 150 Kilometer lange Wertungsetappe von Gabes nach Douz, dem "Tor der Sahara". Doch auch wenn die Kilometeranzahl wenig klingt, diese Etappe sollte es in sich haben. Brettharte und staubige Pisten warteten auf die Teilnehmer ebenso wie Beton-gefüllte Wadiquerungen - und wer hier nicht aufpasste, holte sich schnell den ersten Schaden.
Das passierte schliesslich nicht nur einzelnen Teilnehmern, sondern gleich einer Armada - und so sah man nach Etappenende die Serviceteams bereits fleissig arbeiten. Die meisten der Havarierten hatten sich das Fahrwerk beschädigt: Der dunkelblaue Land Rover des Teams Müller/Merkt brach sich die vordere rechte Feder (Ein Ersatzteil brachten Einheimische zutage), ein Mercedes G musste seine kompletten Dämpfer wechseln und auch Rally-Altmeister Wolfgang Pasetti musste das Schweissgerät an seinen erstmals eingesetzten Rally-Toyota lassen.
Das grösste Pech hatte jedoch der Crailsheimer Roland Kilzer, der mit seinem aufsehenerregenden Land Rover Buggy angetreten war. Bereits nach den ersten 40 Kilometern musste er mit einem Motorschaden komplett aufgeben. "Es ist ein Fluch, jedesmal, wenn ich an einer Wüstenrally teilnehmen will, geht es schief" berichtete Kilzer sichtlich niedergeschlagen am Abend.
Für Verwirrungen sorgte zudem eine besonders knifflige Navigation, die durch kurzfristige Umwelteinflüsse erschwert wurde. Bei der Vortour am Abend zuvor entdeckten die Streckenspione Jürgen Neidig und Fee Fuchs gravierende Veränderungen in der Landschaft, so das einige Passagen des Roadbooks auf reine GPS-Kurse umgewandelt werden mussten. "Es hiess, immer in Richtung des Waypoints" berichtet Nissan-Pilot Andreas Wulf, "und plötzlich kamen die Spuren von überall". Den Teams blieben nur zwei Möglichkeiten: Mit Glück und Geschick die richtige Piste finden oder querfeldein über Kilometer durchs Kamelgras fahren...
Enstprechend interessant sind die Ergebnisse des ersten Rallytages. Die Etappe gewannen bei den Pkw (erwartungsgemäss) Andrea Mayer und Jan Rohde im KOS Kumho Buggy vor den Überraschungs-Zweiten Janez Slavko-Kriv und Darko Goriup aus Slowenien (Mercedes G) sowie Wolfgang Pasetti und Steffen Maganus im Toyta Landcruiser. Matthias Krüger und Sohn Robin des Brandenburger Daktec-Team erklommen die vierte Position vor (augerechnet) dem schnellen Service-Landrover des ausgefallenen Kilzer Teams sowie Eisenmann/Wolfram im lindgrünen Toyota Landcruiser. Bei den Motorrädern gewann Robert Veth vor Egbert Flintermann und Peter Brunner.
Zwei Premieren gab es am Nachmittag für den neuen Bergetruck von "marathonlogistic", die neben dem bekannten schwarzen MAN SX 8x8 zum ersten mal ihren neuen MAN TGA 8x8 auf einer Rally einsetzen. Das neue Fahrzeug feierte am Dienstag Abend seinen "Dünen-Einstand" kurz hinter der Oase Douz, dabei wurden vor allem Unterfahrschutz und Verschränkung gestestet. Kurz davor die zweite Premiere: Mit dem Land Rover Buggy von Roland Kilzer barg der neue Truck erstmals in seinem jungen Leben einen havarierten Pkw aus einer Rallystrecke.
Am Mittwoch geht in einem kniffligen Rundkurs rund um die Oase Douz, wobei auf über 50 Kilometern erste Dünenfelder zwischen Douz und Ksar Ghilane bewältigt werden müssen. Im Anschluss übernachten die Teilnehmer eine zweite Nacht in Douz, bevor es am Donnerstag Richting der Oase Ksar Ghilane und von dort weiter in den Süden geht.
Artikel vom 10.10.2006, Artikel: Erg Oriental Live Team/hs

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