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 | Erg Oriental: Der Tag der Ausfaelle am Donnerstag |
 Für den Rückweg von Douz am Rande der Sahara in den grünen Norden Tunesiens hatten die Veranstalter eine besonders schöne Etappe ausgearbeitet. In drei einzelnen Etappen ging es zuerst über Highspeed-Pisten, dann durch ein Gebirge mit einem rund 300 Meter hohen Gebirgspass und zuletzt nochmals in eine kleine Highspeed-Etappe. Doch besonders das Gebirge hatte es in sich. Brutale Wegverhältnisse und Massen an Geröll sorgten so für eine Reihe von Ausfällen kurz vor Ende der Rally.
So erwischte es am Donnerstag (es war abzusehen) den roten Suzuki Jimny von Uwe Spindler und Michael Kaden, nachdem sich beide die vordere Achse brachen. Mit einem Aufhängungsschaden mussten auch Tanja und Axel Kuhn mit ihrem Toyota Landcruiser aufgeben, Peter Mühmel und Astrid Lottermoser im Mercedes G blieben mit einer defekten Kupplung liegen. Langes banges Warten auch beim Nissan-Team Matthias und Robin Krüger - die linke vordere Aufhängung brach, beide kämpften sich im Schrittempo ins Ziel. Doch entgegen den anderen Pechvögeln hatten die Rathenower Glück. Obwohl auch ihr Servicetruck mit einem Schaden vorübergehend liegenblieb, schafften es Piloten und Mechaniker noch bis zum frühen Freitag Morgen, den Nissan wieder einsatzbereit zu machen. "Wir hoffen, das wir unseren dritten Platz halten können" berichtet Matthias Krüger.
Mit einem Motorschaden musste sich auch der Service-IFA von Ralf Müller abschleppen lassen. "So ein Ärger, der Motor war gerade erst neu eingebaut worden. Vermutlich wurde irgendwas nicht richtig montiert, auf jeden Fall lief das Öl schwallweise heraus" erzählt Müller, "wir hoffen, den Schaden noch in Hammamet reparieren zu können. Ansonten wird es schwierig..."
Trouble gab es gestern bei der Zielkontrolle der mittleren Etappe, nachdem diese knapp vier Kilometer hinter dem eigentlichen Zielpunkt aufgebaut wurde. "Ich habe ewig gesucht, am Ende 25 Minuten dadurch verloren" berichtet Mercedes MKB-Pilot Claus Krüger am Abend genervt. Neben fast allen anderen Teilnehmern suchte auch Krügers KOS-Teamkollege Lars Adam ewig nach der ZK. "Schade, wir sind so gut durchgekommen und dann dieser blöde Zeitverlust" - Adam hatte es auf der Bergetappe richtig krachen lassen, bot sich über mehrere Kilometer ein packendes Duell mit Claus Krüger. Motorradpilot Reiner "Rari" Wicki brachte es auf den Punkt: "Das ist wie ein Coitus Interuptus - kurz vor Ende einer wirklich sehr schönen Etappe wird einem die Belohnung genommen, das Spiel vorzeitig beendet".
Wieder einmal waren es die Orgamitglieder Gerhard Taudien und seine Frau, die den Frust der Teilnehmer an der ZK zu spüren bekamen - und das wieder unverschuldet. Beide waren von der anderen Seite angefahren - von dort stimmten alle Angaben. Der Fehler lag somit eindeutig in der Kilometrierung des Roadbooks, obwohl dieses am Abend zuvor nocheinmal von Rennleiter Wolfgang Pasetti überprüft wurde. Taudien und seine Frau hatten in den vergangenen Tagen immer wieder als Puffer für kurzfristig verärgerte Fahrer herhalten müssen. "Wir sind immer der erste Ansprechpartner für die Teilnehmer, wenn etwas nicht gestimmt hat" meint Gerhard Taudien, "später ist dann wieder alles vergessen. Aber ich habe ein dickes Fell".
"Alles halb so wild, war doch gar nichts los" meint hingegen der Gesamt-Führende Jürgen Neidig. "Schon Tage zuvor wurde mitgeteilt, das die Zieleinfahrt manchmal veranstaltungsbedingt ein wenig versetzt sein kann. Wir sind einfach geradeaus weitergefahren, hinter einer Kurve kam dann schliesslich die ZK". Doch ansonsten passte die Etappe, die Teilnehmer empfanden sie durchweg als wunderschön. "Ein grosses Lob an die Orga" berichtet der Schweizer Reiner Wicki am Donnerstag Abend, "in diesem Jahr stimmen "Steinis" Roadbücher überwiegend, auch die Arbeit der Rennleitung und die tägliche Überprüfung der Strecken am Vorabend hat sich als eine sehr gute Idee erwiesen. Dem schloss sich auch der Niedersachse Wilfried Ropers an: "Eine schöne Rally, schöne Etappen, ein gutes Roadbook, eine motivierte Rennleitung. Macht richtig Spass".
Die Etappe vom Donnerstag endete in der Stadt Kairouan im Norden Tunesiens, von wo aus am Freitag die letzte Etappe immer entlang am Strand wieder nach Hammamet führt. Im Anschluss folgt der grosse "Show-Zieleinlauf" unter Burg in der Innenstadt von Hammamet.
Artikel vom 12.10.2005, Autor: Erg Oriental Live-Team / hs

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