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 | Erg Oriental: Erste Dünen in der dritten Etappe |
 Die dritte Etappe führte die Teilnehmer am Donnerstag zum ersten mal in die Dünen. Über 150 Kilometer ging die Route von der Oasenstadt Douz in die Oase Ksar Ghilane, auf verwehten Pisten vorbei an grossen Dünen, über erste kleine Sandverwehungen und kurz vor Ksar Ghilane schliesslich auch durch erste kleine Dünenfelder. Die Strecke kam an und lag vor allem der Highspeed-Fraktion, die hier erstmals richtig Gas geben konnte. Die Dünen sind zur Zeit aufgrund langer Regenphasen vor der Rally extrem fest und somit einfach zu fahren, entsprechend schnell waren die Teilnehmer am Nachmittag in Ksar Ghilane, wo am heutigen Freitag bereits traditionell der Ruhetag begangen wird.
Den heissesten Kampf lieferten sich Oliver Koepp im Mercedes G und Andrea Mayer im KOS Kumho Buggy. Mayer führte knapp vor dem Münchener, der ihr dicht an der Stossstange hing. Jeder Ausbruchverbruch Mayers wurde von Koepp gekontert - was am Ende dazu führte, das sich beide gleichzeitig verfuhren und kurzfristig im Sand steckenblieben. Diese Chance nutzte der Brandenburger Matthias Krüger und sein Sohn Robin, die mit ihrem Nissan Terrano den richtigen Weg fanden und somit den Etappensieg vor den Slowenen Janez Slavko Krivic und Darko Goriup (Mercedes G) und Koepp/Janke einfahren konnten.
Eine versteckte Durchgangskontrolle (DK) würfelte das Feld einige Kilometer vor dem Ziel nochmals durcheinander. Das Roadbook schrieb einen kleinen Schlenker vor, der auch bequem umfahren werden konnte - dumm nur, das genau am Ende des Schlenkers eben diese versteckte DK aufgebaut war. So schafften es einige Teams aus den hinteren Reihen kurzfristig ganz nach vorne, mussten dann jedoch umdrehen (um die DK noch zu bekommen) oder am Ende des Tages hohe Zeitstrafen kassieren. Das passierte auch dem Team Eisenmann/Wolfram mit ihrem grünen Toyota: "Wir haben die Einfahrt in den Schlenker einfach verpasst und dann schaltete das GPS auf den nächsten Punkt um. Wir haben am Ende 2 Stunden Zeitstrafe bekommen, aber durch die kürzere Route über eine Stunde Zeit eingespart, quasi Glück im Unglück gehabt".
Oliver Koepp machte seine Jagd auf Andrea Mayer sichtlich Spass: "Wir sind immer an Andrea drangeblieben, dann haben wir uns beide an einer falschen Stelle festgefahren. Mein Co war überzeugt, "die wissen schon, wo es langgeht", naja, am Ende hätten wir sie doch haben können. Doch so steckten wir kurzfristig beide und müssten die Tagesführung abgeben" so der Münchener.
Riesenpech gestern für den Wahl-Bayern Wolfgang Pasetti in seinem neuen Rally-Toyota: Bereits in den Tagen zuvor hatten die kurzen aber materialmordenden Strecken ihren Tribut gezollt und dem Toyota schwer zugesetzt, gestern war es dann ganz vorbei. "Die Einzelradaufhängung ist einfach Mist" berichtete Pasetti am Abend enttäuscht, "eine Kettenreaktion hat das Auto stillgelegt. Antriebsstrang, Aufhängung, Dom, alles kaputt. Und für dieses Auto sind so schnell keine Ersatzteile aufzutreiben".
Weiterhin klasse schlägt sich das "Doktoren-Team" von Dr. Ulrich Müller und Dr. Michael Merkt, unterwegs in einem kurzen Land Rover Defender und vielen bekannt von der Grand Erg Rally. Trotz einer gebrochenen Feder nach der ersten Etappe halten sich die beiden permanent im vorderen Feld und liegen nach der dritten Etappe auf der vierten Gesamt-Position. Auch für marathonrally.com Redakteur Jörg Sand und Beifahrer Thorsten Giering läuft es bestens. Beide (Sand ist normalerweise FIA-Profi) sind zum ersten mal bei einer Amateurrally dabei und fahren offiziell einen Mercedes G als schneller Service für Oliver Koepp. Die tunesischen Dünen sind in dieser Form für Sand neu - dennoch reicht es bisher für Platz 8 in der Gesamtwertung. "Aber wir kämpfen uns täglich weiter nach vorne" lacht Sand.
Am heutigen Freitag herrscht nach drei einfachen Renntagen bereits Ruhe in Ksar Ghilane. Der frühe Ruhetag ist eigentlich noch nicht verdient, aber da die Oase Ksar Ghilane im weiteren Verlauf der Rally nicht mehr angefahren, der Ruhetag aber traditionell hier abgehalten wird, haben sich die Veranstalter entschlossen, die Rally bereits nach drei Etappen ruhen zu lassen. Am Abend soll es in Ksar Ghilane ein kleines Feuerwerk geben, bevor es am Samstag weiter in Richtung Süden Tunesiens geht.
Der "Gruss des Tages" kommt heute von Matthias Krüger und seiner Crew und geht an das Team des Autohauses Krüger in Rathenow. "Die Jungs haben im Vorfeld viel gute Arbeit geleistet, alles läuft bestens, dafür vielen Dank an die Crew" so Krüger.
Artikel vom 13.10.2006, Artikel: Erg Oriental Live Team/hs

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