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 | Erg Oriental: Harte erste Etappe und interessante Teilnehmer |
 Eine neue Rally schafft auch neue Gesichter. Ex-El Chott Organisator Jörg Steinhaeuser wollte es nochmal wissen und erschuf mit der Erg Oriental eine neue Amateur-Rally in Tunesien - und die ist am Montag im tunesischen Hammamet zum ersten mal gestartet worden. Die Rally selbst begann mit einer kleinen Panne. Der eigentliche Showstart in Tunis musste ausfallen, da die Faehre Carthage derart Verspaetung hatte, das die Behoerden die Genehmigung fuer den Start mitten in der Innenstadt nicht mehr aufrecht erhalten konnten. Doch das war schnell vergessen.
Als zweite Ueberraschung wartete das bekannte Hotel El Sultan in Hammamet auf, das binnen fuenf Monaten in einen modernen und luxurioesen Komplex umgestaltet wurde. Von Hammamet startete auch die erste Etappe - eine Monsteretappe, die sich aus Prolog und drei Wertungspruefungen ueber insgesamt 400 Kilometern zusammensetzte.
Der Prolog wurde auf einer Strecke ausgetragen, die bereits die 1. Grand Erg Rally im Fruehjahr 2005 nutzte, und fuehrte schnell uber Felder, Pisten und kleine Sandwege. Doch besonders die Navigation hatte es in sich. Keine Fehler im Roadbook, sondern einfach eine recht knifflige Situation sorgten dann fuer entsprechend lustige Bilder: Am Horizont begegneten sich die Staubspuren der Teilnehmer, gingen teils in alle Himmelsrichtungen auseinander...
Der Tag sollte schliesslich lang werden. Bis zum Etappenziel in Gafsa hatten die 15 Motorraeder, 20 Pkw und 1 Lkw in Wertung mit staubigen Pisten, teils gefaehrlichen Wadis, der schwierigen Navigation und letztendlich auch der Dunkelheit zu kaempfen - denn entgegen ersten Planungen kamen die ersten Teilnehmer erst 10 Minuten vor Sonnenuntergang ins Ziel. Teilnehmer und Veranstalter nahmen es jedoch mit Humor. "Wir wollen Euch Fahrern auch mal was anspruchsvolles bieten" meinte Veranstalter Steinhaeuser am Abend, "das ist uns gelungen".
Das Fahrerfeld ist vor allem bei den Autos besonders interessant. Angelockt von den guenstigen Startpreisen haben sich zahlreiche Neulinge gemeldet, dennoch sind auch einige bekannte Profis mit von der Partie. So testet KOS Motorsport aus Augsburg erstmals seinen neuen Rallybuggy im harten Einsatz, den ersten Tag bestand das neue Fahrzeug ohne Probleme. Ebenfalls um den Titel kaempfen Matthias Krueger und sein Sohn aus Rathenow (Nissan Terrano), Klaus Krueger im MKB Mercedes und Lars Adam im Jeep Cherokee aus Augsburg, Peter Bockelbrink mit seinem neuen Toyota Landcruiser sowie Juergen Neidig und Fee Fuchs (Range Rover) aus Frankreich.
Unter den neuen Gesichtern haben besonders Uwe Spindler und Michael Kaden heute fuer Aufsehen gesorgt. Mit ihrem fast serienmaessigen Suzuki Jimny gaben beide derart Gas, das es heute (unbestaetigt) sogar fuer einen ueberraschenden Platz 2 langte. Eine kleine Weltpremiere beging (unbewusst) hingegen das Paar Juergen und Beate Zender - beide starteten mit einem serienmaessigen VW Touareg, dem ersten Touareg ueberhaupt in einer Amateurrally. Doch das Glueck hielt bei beiden nicht lange. Trotz guter Fahrweise rutschen Zender und Zender in einem Chott von der Strasse und zerstoerten sich beide Reifen und eine Felge auf der Fahrerseite. Nun muessen beide auf die Lieferung neuer Reifen und Felgen warten, um weiter am Wettbewerb teilnehmen zu koennen.
Interessant auch ein kleines Lada-Team aus Berlin. Katja und Markus Pfeffer wollen mit ihrem serienmaessigen Lada Niva erstmals Rallyluft schnuppern... Doch blauaeugig sind beide nicht an die Sache gegangen - die Eltern begleiten das Paar in einem Service VW-Bus, der mit fast allen erdenklichen Ersatzteilen ausgestattet ist.
Sehr viele der Teilnehmer sind wie die beiden Berliner zum ersten mal bei einer Rally dabei, haben daher auch noch ein wenig Probleme mit dem Tempo. So hielt ein beiger Toyota gleich drei weitere Rallyteilnehmer unfreiwillig ueber mehrere Kilometer in Schach - weil er simpel zu langsam unterwegs war und es keine Ueberholmoeglichkeiten fuer die Nachfolgenden gab. Aber schliesslich faengt jeder mal klein an...
Die Stimmung unter den Teilnehmern, darunter auch zahlreiche Motorraeder des Schweizer Clubs SSRT, war bis in die tiefe Nacht sehr gut. Erfahrungen werden ausgestauscht, Tips und Tricks vergeben. Rundum hat man nach dem ersten Rallytag den positiven Eindruck: So jung und neu wie die Rally selbst ist auch das Teilnehmerfeld.
Leider standen die Ergebnisse des Tages aufgrund der langen Etappe am Abend noch nicht fest - als heutiger Sieger duerfte jedoch das Range-Rover Team Neidig/Fuchs gelten, gefolgt von den Suzuki-Piloten Spindler/Kaden und dem Toyota Duo Peter Bockelbrink/Jan Rohde.
Artikel vom 03.10.2005, Autor: Erg Oriental Live-Team / hs

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