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 | Erg Oriental: Juegen Neidig und Fee Fuchs führen das Feld an |
 Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen von 25 Grad mussten auf der zweiten Etappe am Dienstag rund 300 Kilometer Wertungsprüfung in Angriff genommen werden. Auch der erste Sand wartete bei der Star-Wars Kulisse nahe der Oase Nefta. Doch nicht alle Teilnehmer waren mit dabei, bereits am ersten Tag fielen einige Teilnehmer aus. So musste auch Rainer "Rari" Wicki, unterwegs mit einer Yamaha, am zweiten Tag pausieren: "Am Ende der ersten Etappe bin ich so blöd gestürzt, das ich mir eine heftige Prellung zugezogen habe" berichtet der Schweizer vom Team SSRT und zeigt auf einen armdicken blauen Fleck an seiner Hüfte. "Aber alles halb so schlimm, ich denke am Mittwoch kann ich wieder starten".
Technisch erwischt hat es das Nissan Pickup-Team Andreas Wulf und Anja Bork. "Wir dachten, alles wäre schon aus" erzählt Wulf, "doch die Mechaniker haben eine abgedrehte Gewindestange und deren Halterung wieder fixen können". Beide sind ebenfalls am Mittwoch wieder im Rennen, wollen es dann aber ruhiger angehen: "Nochmal können wir das Teil nicht reparieren".
Am Dienstag selbst erwischte es dann gleich die komplette KOS-Truppe, die einen Mercedes G MKB, den neuen KOS-Buggy und den Jeep Cherokee von Lars Adam und Beifahrer Jan Hantelmann einsetzt. Alle drei tankten falschen Sprit udnd zerstörten sich die Benzinpumpe. Während der Mercedes, gesteuert von Firmenchef Klaus Krüger persönlich, als einziger ins Ziel kam, mussten die beiden anderen Fahrzeuge abgeschleppt werden, sind aber am Mittwoch wieder im Rennen.
"Es ist zum Haare raufen" ärgert sich Lars Adam. Wie bereits auf der Libya Desert Challenge hat Adam immer wieder Ärger mit seiner Benzinzufuhr - diesmal zuerst am Montag, dann erneut am Dienstag. "Irgendwo ist der Wurm drin, das kann doch langsam nicht mehr wahr sein". Adam, erstmals nicht mehr unterwegs mit seiner ehemaligen Freundin Birthe, wollte das Feld gestern von hinten aufrollen. "Die ersten Fahrer hatte ich schon gepackt, dann ging der Motor aus".
Auch die überwiegend neuen Teilnehmer im hinteren Feld tauen langsam auf - so mischte sich die Schar der Fahrzeuge gestern bereits deutlich, zu Beginn zögerliche Teilnehmer (darunter sehr viele Neulinge) geben so langsam immer mehr Gas. Am meisten ärgerten sich am Dienstag Beate und Jürgen Zender, die erstmals mit einem serienmässigen VW Touareg antreten wollten, sich aber auf der ersten Etappe zwei Räder zerstörten. "Wir wollten so gerne auch durch die Dünen fahren" schwärmt Jürgen Zender. Doch die Chancen stehen gut, passende Ersatzteile sollen noch in dieser Wocher nach Djerba geliefert werden. "Das bedeutet Stress. Wir müssen die Teile in Djerba abholen, dann das Fahrzeug in Gafsa und schliesslich alles montieren und zurück in die Strecke fahren. Aber das ist es Wert, wir wollen unbedingt nochmal in die Dünen".
Die Etappe am Dienstag gewannen Jürgen Neidig und Fee Fuchs mit ihrem weissen Range Rover vor den Überraschungs-Zweiten Uwe Spindler und Michael Kaden in ihrem Suzuki Jimny und Matthias Krüger sowie dessen Sohn Robin im Nissan Terrano. "Eine geile Etappe" schwärmt Krüger am Abend, "viel Highspeed, der erste Sand." Und dennoch wurde es einmal auch für beide gefährlich: "Zu Beginn einer Highspeed-Etappe wollten wir das Team Bockelbrink/Rohde überholen, gaben richtig Gas und erwischten mit dem Hinterrad einen Kamelgrashügel. Dabei stellen wir das Fahrzeug fast senkrecht auf, konnten es aber in letzter Sekunde einfangen" so der Rathenower.
Bockelbrink und Rohde kamen mir ihrem neuen, modifizierten Toyota Landcruiser auf Platz 4 vor dem Mercedes G von Peter Mühmel und Astrid Lottermoser sowie den Teams Kliebisch/Kliebisch und Kluge/Kluge, beide in einem älteren Toyota Landcruiser. Auch der Lada von Markus und Katja Pfeffer schlug sich tapfer, kam am Ende auf Platz 9.
Bei den Motorrädern machte Klaus-Jürgen Mayer auf einer KTM 620 das Rennen, gefolgt von Marcel Signer aus der Schweiz (KTM 660 Rally) sowie Kaspar Erni (KTM 620). Die genauen Platzierungen entnehmen sie bitte den Tabellen, die wir im Laufe des Tages einstellen werden.
Allgemein freut sich Rennleiter Wolfgang Pasetti über Teilnehmer und Orga: "Alle machen hier einen guten Job. Ich habe zum ersten mal die Aufgabe eines Rennleiters übernommen, alles läuft wunderbar. Neben vielen interessanten und klasse Teilnehmern macht vor allem die Orga einen tollen Job, alles läuft Hand in Hand" freut sich der eigentliche Rallyfahrer. Nur am ersten Tag gab es Ärger: "Die erste Fahrerbesprechung war ein Witz, kaum etwas war vorbereitet. Ich habe mir alles angehört, dann bin ich geplatzt, habe alles aus mir rausgelassen. Doch danach war Ruhe und alles geklärt" lacht Pasetti.
Einzig das Essen ist in diesem Jahr bisher nicht besonders gut. Nur das Hotel Le Sultan in Hammamet machte seinem Namen wieder alle Ehre und präsentierte ein erstklassiges und vielfältiges Buffet, die schicken und teils neuen Hotels in Gafsa und Nefta hingegen bewiesen bis dato eher keine besonderen Ambitionen bei der Verpflegung ihrer Gäste. So hat es zahlreiche Teilnehmer ("der Hunger treibt es rein") bereits mit Magenproblemen erwischt - gut, wer sich vor der Reise mit "Dosenfutter" eingedeckt hat. Doch das schlechte Essen hat auch ein Gutes: Man nimmt mal wieder ab...
Die Etappe am Mittwoch führt die Teilnehmer über einen Rundkurs rund um die Oase Nefta, wobei neben vielen Pisten auch einige Chotts (ausgetrocknete, aber schlammige Salzseen) durchquert werden müssen.
Artikel vom 05.10.2005, Autor: Erg Oriental Live-Team / hs

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