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Erg Oriental: Oliver Koepp und Pele Brunner gewinnen die Rally







Am Freitag Abend ist die 2. Erg Oriental Sahara Rally mit der Siegerehrung offiziell zu Ende gegangen. Bei den Pkw gewann der Münchener Oliver Koepp gemeinsam mit seinem Berliner Beifahrer Christian Janke vor den Slowenen Janez Slavko Krivic und Darko Goriup (Mercedes G 290TD), auf Platz 3 kam das Daktec-Team Matthias Krüger mit Sohn Robin (Nissan Terrano I). Bei den Trucks gewann der einzige Teilnehmer Rudolf Magg mit seinem Beifahrer Dimitri Richert auf einem Saurer 4x4, bei den Motorrädern gingen die kompletten ersten Plätze an die Riege der Schweizer SSRT Clubs. Hier gewann der Schweizer Peter "Pele" Brunner (KTM 450 EXC) vor seinem Landsmann David Schenk (KTM 450 EXC) und dem Deutschen Sven Groscher (KTM 525).

Es war eine schöne Rally - das hört man auch fast einstimmig von den Teilnehmern. "Die Strecken waren zu 90% Spitze, allerdings hat uns ein wenig Sand gefehlt und die Pisten waren manchmal ein wenig hart. Der Rundkurs Douz-Douz (50 Kilometer Kamelgras) hätte so nicht sein müssen, dafür war die Etappe zwischen El Borma und Borj El Kadrah eine der Schönsten, die wir jemals gefahren haben" berichtet der Lübecker Andreas Wulf. "Auch die Organisation hat in diesem Jahr aus unserer Sicht sehr gut gearbeitet, der Service und vor allem das Catering waren klasse". Auch Matthias Krüger aus dem brandenburgischen Rathenow zeigt sich zufrieden: "Die Strecken waren klasse, ich hätte mir nur ein wenig mehr Sand und mehr Dünen gewünscht. Am besten wäre noch ein Aussencamp in den Dünen."

Für Daniel Stammel war es die erste Rally, er startete in einem knapp 23 Jahre alten, von Daktec modifizierten Mitsubishi Pajero - ein Fahrzeug aus dem "Familien-Kreis". "Für meine erste Rally fand ich es klasse. Die Organsiation war ok, die Strecken nicht so schwierig, wie ich dachte. Am meisten Spass hat mir die grosse Dünenetappe gemacht, besonders lagen mir auch die Pisten, da mein Mitsubishi dann doch noch ein wenig untermotorisiert war. Beonders danke ich meinem Beifahrer Reiner Behlen, ohne ihn wäre ich nie ins Ziel gekommen" so der 23-jährige Kölner - am Ende reichte es für beide sogar noch für Platz 13 in der Gesamtwertung. "Ich werde die Erg Oriental auf jeden Fall wieder einmal fahren".

Die Veranstalter Jörg Steinhäuser und Gerd Töpperwien versprachen bei der Siegerehrung für die 3. Erg Oriental 2007 garantiert mehr Sand. "Wir hatten eingentlich mehr Sand im Plan" berichtet Steinhäuser. "Auf der Vortour waren die Strecken versandet und viel schwieriger zu fahren, allerdings haben uns viel Regen und viel Wind einen Strich durch die Rechnung gemacht." Bester Beweis war die Strecke zwischen Douz und Ksar Ghilane - wer diese Dünenetappe schon vorher kannte, wunderte sich über die wenigen Dünen. Sandstürme hatten die alten Pisten wieder freigeweht, statt hunderter kleiner Dünen erwarteten die Teilnehmer nur vereinzelte, durch den Regen stark gefestigte Dünenpassagen.

Die Roadbücher stimmten - mit dafür verantwortlich zeigte sich auch die Vorcrew, bestehend aus Jürgen Neidig/Fee Fuchs und Jürgen und Susanne Gleich. Diese fuhr mit einem Vorsprung von zwei Tagen die kompletten Strecken ab, meldete Änderungen und informierte über neue Gräben oder Verwehungen. So konnte die Organisation flexibel die Strecke ändern und das Roadbook anpassen.

Nicht so glücklich zeigten sich die entsprechenden Teilnehmer der SUV-Challenge, die bei ihrer ersten Ausführung noch ein wenig unter "Kinderkrankheiten" litt: "Der Gedanke der Challenge war sehr gut, wir waren im Vorjahr als Teilnehmer dabei und wollten die Challenge in diesem Jahr testen" berichtet Hubert Küchenhoff, gemeinsam unterwegs mit Adelheid Alber in einem Toyota Landcruiser. "Leider war der Gedanke nicht zu Ende gedacht, in den ersten Tagen gab es für uns keine Auswertung, zudem fehlte ein wenig der "Rote Faden". Allerdings ein sehr grosses Lob an die Organisation, sie hatte immer ein offenes Ohr für die Teilnehmer, half wo sie kann - allgemein sehr fürsorglich und familiär. "Wir sind im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder mit dabei - dann aber wieder als Rally-Teilnehmer".

Ähnlich erging es den SUV-Challenge-Siegern Axel und Anja Kuhn, im letzten Jahr ebenfalls als Teilnehmer dabei: "Wir waren mit der Challenge nicht so glücklich und haben uns dann der normalen Rally angeschlossen" so Kuhn, "das hat dann richtig Spass gemacht." An einigen Tagen schafften es die beiden sogar in die Top Ten - vor den "offiziellen" Rally-Teilnehmern. "Allgemein war es aber eine sehr schöne Rally, etwas zuwenig Sand, aber mit einer hervorragenden Organisation".

Ein grosses Lob aller Teilnehmer ging wie im Vorjahr an die Catering-Crew um Angelika Czichon, Sabine Hässler, Kai Russ, Claudia Wendt und Patrick Steinhäuser. In jedem Camp wartete die Crew schon mit kaltem Bier vom Fass, kühlen alkoholfreien Getränken, erstklassigen Würstchen und "Fünf-Minuten-Terrinen". In den Aussencamps sorgten die Fünf für ein eigenes Catering, so gab es in Tiaret ein leckeres Goulasch und in Mabtouh Chili con Carne "nach deutscher Art".

Immer im Stress befand sich auch Mit-Organisator Gerd Töpperwien - fast bis zur Erschöpfung. Töpperwien hatte einen der härtesten Jobs: Organisation, Strecke, Ansprechpartner und Catering-Chef in einer Person. Bereits morgens um sechs Uhr stand Töpperwien hinter dem Tresen und unterstützte die Catering Crew beim Kaffee-Ausschank, Abends um Mitternacht kümmerte sich Töpperwien noch um die Belange der Teilnehmer und die richtigen Ergebnisse. "Eine unglaubliche Aufgabe, wir sind Gerd zu grossem Dank verpflichtet" so ein Teilnehmer.

Auch mit Rennleiter Bernd Strathmann versöhnte man sich wieder schnell - genauso stürmisch, wie die Wogen nach einer uneinigen Entscheidung in Tataouine hochschlugen (wir berichteten), genauso schnell war alles wieder im Lot. Offiziell hatte Strathmann in Tataouine seinen Rücktritt als Rennleiter bekannt gegeben, doch bereits am nächsten Morgen kümmerte er sich wieder um die Teilnehmer und führte mit viel Humor auf der Siegerparty durch den Abend. "Alles wurde wieder heisser gekocht, als es war" berichtet ein Orga-Mitglied, "man war sich für wenige Sekunden uneinig, leider haben das alle zu schnell und zu stürmisch mitbekommen". Das kann eben auch passieren, wenn es positiv-familiär zugeht...

Als "Entdecker neuer Rallyteams" bewies sich wieder einmal Frank "Blacky" Horst, der mit seinem Unternehmen "4Wheel Drive Adventure Tours" wie im vergangenen Jahr die angeschlossene Touristengruppe führte und zeitweise auch die Teilnehmer der SUV-Challenge betreute. In einem gekonnten Mix zwischen Touristik und Rallybegleitung hatte Frank wieder einige "Rally-Neulinge" dabei - von denen wieder ein Team derart Rallyluft geschnuppert hat, das es im nächsten Jahr in Wertung mitfahren will. Das dies keine Seltenheit bei "Blacky´s" Rallybegleitungen ist, bewies auch das Starterfeld dieser Rally. Gleich zwei Teams fuhren im vergangegen Jahr als "Touristen" mit - und waren in diesem Jahr in Wertung mit dabei.

Auch die Berge-Lkw lieferten wieder einen guten Job ab. Als offizieller Bergetruck starteten Frank Dodenhöft, Uwe Hartmann und Artur Reich mit einem MAN Kat. "Die Jungs haben eine klasse Arbeit gemacht" berichteten die Teilnehmer einstimmig am letzten Abend, und so blieb auch der offizielle Dank auf der Siegerehrung nicht aus. "Unsere härteste Etappe war die Dünenstrecke zwischen El Borma und Borj El Kadrah" berichtet Hartmann. "Es war hart aber einfach klasse". Die Berger hatten wie immer den schwierigsten und gleichzeitig unsichtbarsten Job - immer als Letzte auf der Piste, kaum Freizeit in den Camps. Umso mehr gebührt ihnen besonderes Lob.

Unterstützung bekamen beide von zwei schwarzen marathonlogistic-Trucks, einem MAN TGA 8x8 (gesteuert von Normann Bock) und einem MAN SX 8x8, pilotiert von Dr. Jochen Bode und seinem Bruder. Während der MAN TGA seine Rally-Premiere feierte, wurde die Erg Oriental für die Brüder Bode eine komplette Premiere: Das erste mal mit einem frischen Lkw-Führerschein lange im Truck unterwegs, das erste mal auf einer Rally dabei. Als Service-Lkw halfen beide dem offiziellen Berge-Lkw bei seinen Einsätzen sowie bei logistischen Aufgaben. Für Dr. Bode eine neue Erfahrung: "Einfach wunderbar" so der Bayer. Und so wird man den schwarzen MAN-Kat mit seinen neuen Piloten bereits auf der 3. Libya Desert Challenge im März 2007 wieder in der Wüste sehen.

In diesem Jahr war auch der Enkel des Rally- Organisators, Patrick Steinhäuser mit dabei, der sein Praktikum als Koch in den Hotels und im Catering-Team der Erg Oriental Rally absolvierte.

Und die Veranstalter selbst? Geschafft sitzen sie in einem Lounge-Sessel in einer Bar auf dem Schiff... "Alles super" so der knappe Kommentar von Rally-Organisator Jörg Steinhäuser. "Ja, alles ok" ergänzt ein geschaffter aber glücklicher Organisator Gerd Töpperwien knapp. Man sieht sich also 2007 - mit vielen neuen Strecken und Erfahrungen - und einer viel gelobten, guten Organisation.

Artikel vom 21.10.2006, Artikel: Erg Oriental Live Team/hs








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