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 | Erg Oriental: Ruhe auf der Rückfahrt nach Douz |
 Die Etappe vom Montag zurück von der Oase Ksar Ghilane in die Oasenstadt Douz sollte eigentlich wieder durch einige Dünenfelder führen, aufgrund eines kleinen Sandsturmes untersagte die Garde National jedoch die Durchführung der Etappe - obwohl am morgen wieder bestes Wetter bei angenehmen Temperaturen um 28 Grad herrschte. So setzten sich Orga und Veranstalter am Sonntag Abend in ihre Fahrzeuge, um wenigstens noch schnell eine Ersatzetappe über die Pipeline-Piste abzustecken.
Entsprechend schnell und unspektakulär verlief die Etappe vom Montag dann auch. Knappe 50 Kilometer Wertung ausschliesslich auf der Piste mussten bewältigt werden, lediglich eine kleine Wasserdurchfahrt sorgte zumindest einige Sekunden für Abwechslung. So gibt es über die Etappe auch wenig zu berichten, die Teilnehmer waren schnell im Ziel und nutzten die Zeit für einen Aufenthalt im angenehm warmen Pool des Hotel Tuareg oder für angefallene Reparaturen.
Interessant jedoch ist der plötzliche Mix in der Gesamtwertung, ausgelöst durch die extrem schwer zu fahrende Dünenetappe am Sonntag. Während Neidig/Fuchs mit ihrem Range Rover ihren ersten Platz vor Claus Krüger und Florian Purps (Mercedes G MKB) weiter sichern konnten, eroberten sich Matthias Krüger und sein Sohn Robin (Nissan Terrano) die dritte Position, der Bremerhavener Wilfried Ropers hangelte sich mit seinem Nissan Patrol (mit australischem 4,2 Liter Motor) gar auf die vierte Position vor. "Mein Auto geht in den Dünen gut, nur auf der Piste habe ich zuwenig Topspeed" berichtet Ropers, "schade das die Etappe vom Montag nicht mehr durch den Sand ging". Der Mercedes G 280 von Peter Mühmel und Astrid Lottermoser konnte nach dem Umkipper vom Sonntag wieder fahren und kam auf Platz sechs.
Auch im hinteren Feld, von den Top-Speedlern augenzwinkernd "Touri-Gruppe" genannt, wechselten einige Positionen ihre Platzhalter. So fiel der Suzuki Jimny von Uwe Spindler und Michael Kaden - nach einem erhofften Podestplatz - weit zurück, weil er aufgrund seiner Tieflage nicht durch Dünen fahren kann und beide daher am Sonntag aufgaben.
Wieder mit dabei und ein kleines bisschen Dünengierig sind Jürgen und Beate Zender mit ihrem VW Touareg. Nach einem schadensbedingten Ausfall von Montag vergangener Woche bis Samstag konnten beide am Montag wieder starten, trauten sich aber - nicht zuletzt aufgrund der Empfehlungen zahlreicher Teilnehmer - nicht in die tiefen Dünen. Doch ein wenig testen wollten beide dennoch, gingen es (um das Fahrzeug zu schonen) ruhig an und steckten entsprechend oft fest. Doch der Mut brachte beiden viel Respekt bei den Teilnehmern ein - am Montag nahmen beide dann die Pistenstrecke in Wertung in Angriff.
Die Stimmung unter den Teilnehmern ist weiterhin gut und familiär, die Roadbücher stimmen überwiegend und die Orga unter Leitung von Gerd Töpperwien und Jörg Steinhäuser macht einen guten Job. Somit scheint die erste Erg Oriental Rally - wenn auch mit einem kleinen Starterfeld in Wertung - als eine gute Veranstaltung abzuschliessen.
Interessant ist auch die Meinung vieler Teilnehmer in Bezug auf die "Überlebenschancen" der beiden Konkurrenzveranstaltungen Erg Oriental und El Chott. So heisst es, die Erg Oriental könnte sich als günstige Einstiegsmöglichkeit für Neulinge sowie günstige Testmöglichkeit für Profis etablieren, während die El Chott sich mehr als "Fortgeschrittenen-Veranstaltung" für Profis und/oder schnellere Teilnehmer entwickeln könnte. Dafür stehen zumindest die vielen Neueinsteiger auf der Erg Oriental sowie die deutlich geringeren Durchschnittsgeschwindigkeiten. Eines steht jedoch jetzt schon fest: Eine zweite Erg Oriental ist auf jeden Fall schon geplant - und "mit Teilnehmerzahlen wie jetzt lässt sich das auf jeden Fall auch finanziell machen" bestätigt Mit-Veranstalter Gerd Töpperwien.
Am Dientag startet die 8. Etappe der Rally mit einem Rundkurs um die Oasenstadt Douz, dabei soll eine relativ kleine Strecke von knapp 15 Kilometern in mehreren Runden gefahren werden. Diese neue Art der Ausführung einer Etappe kommt bei den Teilnehmern unterschiedlich an - während Profis wie Jürgen Neidig und Fee Fuchs sich lieber eine "ordentlich lange Etappe" wünschten, finden vor allem die neueren Teilnehmer die Idee interessant. Wir sind gespannt, wie die Etappe am Dienstag verlaufen wird...
Artikel vom 10.10.2005, Autor: Erg Oriental Live-Team / hs
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