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Grand Erg: Pisten und Kniffliges auf Etappe 3



Am Montag ging es mit rund 270 Kilometern wieder zurück von Tiaret nach Tataouine, wo der Rallytross erneut im Hotel Sangho einkehrte. Doch statt des erhofften "Urlaubstages" in der wunderschönen Hotelanlage wurde der Abend für die Teilnehmer kurz - denn am Dienstag geht es in der Königsetappe über insgesamt 230 Kilometer nach Douz. Eigentlich keine Entfernung - aber rund 120 Kilometer der Strecke sind Dünen pur - und zwar die "Butterweichen", die vielen von der El Chott oder Erg Oriental bekannt sein dürften.

Doch blicken wir zuerst auf den heutigen Rallytag zurück. Der begann mit einigen kleinen sandigen Passagen, führte dann über Highspeed-Schotterpisten um schliesslich in ein steiniges, kleines Gebirge zu führen, in dem Trial-ähnliche Künste gefordert wurden. Es galt, an einer vorgegebenen Stelle einen steilen Gebirgshang zu bewältigen - wer hier ohne Schaden durchkommen wollte, musste schon einmal zu Fuss den richtigen Weg suchen.

In Kombination mit der 2. Etappe wurde die 3. Etappe als Marathon-Etappe gefahren, sprich, die Teilnehmer mussten ihre Fahrzeuge gestern Abend ohne Service im Park Fermé abstellen und durften eventuelle Reparaturen erst am heutigen Morgen auf Kosten der Wertungszeit durchführen.

Doch kurzum, die heutige Etappe war im Gegensatz zum gestrigen Dünenrundkurs eine "Entspannung". Und das sollte auch so sein, da wie beschrieben die Königsetappe lockt. Dabei will Veranstalter Jörg Russler ein Novum aufstellen: Erstmals führt eine Amateurrally zu dem sagenumwobenen Wüstensee südwestlich von Ksar Ghilane nahe der Algerischen Grenze. "Wir rechnen damit, das nur zwei bis drei Teams die Etappe bis nach Douz bis zum Abend schaffen" grinst Russler, "Schlafsack und Campingausrüstung sollte heute an Bord sein".

Selbst die Führenden Gerald Jacoby und Axel Untersteller (Mitsubishi Pajero) sehen die morgige Etappe mit gemischten Gefühlen: "Bisher sind wir gut dabei, aber die kleinen weichen Dünen liegen uns nicht. Mal sehen, wo wir morgen schlafen werden" meint Beifahrer Untersteller. "Vermutlich wird sich die Wertung am Dienstag nochmals komplett ändern".

Eine Schockmeldung erreichte die Teilnehmer in Tataouine am frühen Nachmittag: Ein Teil der Organisation war bereits auf dem Weg in die 3. Etappe (um rechtzeitig die DK´s zu besetzen) - mit dabei auch Co-Veranstalter und Top-Verköstiger Karl Schreck. Bei der Anfahrt zu einer geplanten DK geriet Schreck mit seinem Mercedes Unimog Wohnmobil in einen steilen Dünenabhang, verlor die Kontrolle über seinen Lkw und überschlug sich mehrmals.

Zum Glück blieben Karl Schreck und sein Beifahrer bis auf kleine Blessuren unverletzt, der Unimog soll jedoch stark beschädigt sein und konnte bis zum Abend nicht geborgen werden. So wird sich gegen 4:00 Uhr morgens der MAN-Berge-Kat in Richtung Ksar Ghilane aufmachen, um den Unimog aus dem knapp 30 Meter tiefen Dünentrichter zu bergen.

Die Stimmung in der Rallygruppe ist sehr gut, die Organisation perfekt und die Roadbücher stimmen nahezu vollständig. Entsprechend motiviert sind Teilnehmer und Orga, auch wenn das eh schon überschauliche Teilnehmerfeld aufgrund technischer Ausfälle immer dünner wird. Nach ersten Problemen am Montag startete heute auch das letzte verbliebene Lkw-Team Boecken (MAN Kat 4x4) nicht mehr in die Etappe, auch das Unimog-Team Hartwig/Malzer fiel aus, da sie dem verunglückten Karl Schreck zu Hilfe eilten. Somit verbleiben in der "reellen" Wertung nur noch 10 Fahrzeuge.

Zum Abschluss gibt es heute einen "Gruss des Tages", dabei senden Peter und Vera Kluge "sandige Grüsse" an ihren Sohn Benjamin - beiden geht es gut und alles läuft ohne Probleme.

Artikel vom 08.05.2006, Autor: Grand Erg Liveteam/hs








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