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Libya DC: Erste aufregende Etappe endet in Dünencamp


Es ist vollbracht - die erste vollwertige Etappe der Libya Desert Challenge wurde heute auf 324 Kilometern Wertungsprüfung und 17 Kilometern Liaison von Ghadamis nach Camp Aania beendet. Dabei führte die Wertungsprüfung zuerst über lange und besonders die Navigation fordernde Pisten quer durch endlose Stein- und Schotterwüsten und endete schliesslich in einem rund 50 Kilometer langen Dünenfeld.

Sieger des Tages sind bei den PKW Hans Baur und Michael Zerwer mit ihrem grün-blauen Mercedes G, die sich von Anfang an an der Spitze absetzten, aber trickreich von Range-Rover Team Hutter/Cuerel aus der Schweiz verfolgt wurden. Für beide zahlte sich die hartnäckigkeit aus und die belegten die erste Etappe mit nur wenigen Minuten Abstand auf Platz eins und zwei.

Gas gab auch der libysche Lokal-Matador Salah Drira mit seinem Range-Rover Pickup, er konnte die Ziellinie dank besonderer Ortskenntnis zwar als Erster überfahren, übersah jedoch einen CP (Controlpoint) und fiel zu mit einer Zeitstrafe zurück.

Pechvogel des Tages ist wiedereinmal Wolfgang Pasetti, der sein betagtes Toyota-Rallycar nun vielleicht endgültig abschreiben will. "Der liebe Gott hat dafür gesorgt und mich mehrfach bestraft. Erst hatte ich Probleme mit der Hinterachse, bei einem Testlauf nach der Reparatur versagte der Starter seinen Dienst und das Fahrzeug sprang nicht mehr an, dann stellte ich fest, das auch der Kühler einen Schaden hat und Wasser verliert. Mein Wagen hat vielleicht das Zeitliche gesegnet" lacht er dennoch gut gelaunt im Ziel.

Die genauen Ergebnisse waren zu Redaktionsschluss leider noch nicht in Erfahrung zu bringen.

Fast alle Teams verfuhren sich heute, ebenso viele bekamen Zeitstrafen wegen ausgelassener CP´s. Die Story des Tages erlebte jedoch der Brite Julian Beckett, der sich vernavigierte, weiter in die falsche Richtung fuhr und so auch seinen dringend benötigten Tankstop verpasste. "Nun stand ich mitten in der Wüste ohne Benzin und ohne Satellitentelefon" berichtet der Engländer. "Doch plötzlich tauchte ein betagter Toyota mit zwei alten Libyern neben mir auf. Sie tankten meine Maschine auf, gaben mir ihre letzte Reserve. Als ich sie dafür bezahlen wollte winkten sie nur ab: "Heute finden wir Sie in der Wüste und helfen Ihnen, morgen finden Sie vielleicht uns in der Wüste und helfen dann" so der einfache Wunsch der Libyer. Einfach unglaublich nette und hilfsbereite Menschen, ganz anders als in vielen Nachbarländern".

Besonders schön erwies sich am Ende der Etappe das Camp Aania - kein Campingplatz, sondern eine gigantische Freifläche Wüstenkulisse mit über 100 meter hohen, steil abfallenden Sanddünen. Hier verbringt der Rallytross leider nur eine Nacht, um morgen in eine 342 Kilometer lange Etappe überwiegend durch Dünenfelder vom Camp Aania nach Al Awynat zu starten. In Al Awynat beziehen die Teilnehmer einen neuen Campingplatz, auf dem ganze drei Nächte verweilt wird.

Artikel vom 22.02.2005, Autor: LDC Liveteam / hs

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