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Libya DC: Siegerehrung und Ausreise aus Libyen am Donnerstag



Nach einer Dakar-ähnlichen Überführung von über 850 Kilometern quer durch Libyen ist der Rallytross am Mittwoch Abend im vorzeitig aufgeschlagenen Camp Zuara angekommen, Die ganze Nacht über trafen immer wieder einzelne Fahrzeuge ein. Nachdem die touristische Adventure Class bereits gegen 20.00 Uhr das Camp erreichte, errichteten sie ein grosses Lagerfeuer, Bis zum Morgengrauen sassen Veranstalter, Teilnehmer, Orga und Touristen gemeinsam am Feuer und liessen die Rally Revue passieren.

Am Donnerstag Morgen ging es schliesslich im von Polizei mit Blaulicht und Sirene geleiteten Konvoi an die Grenze, wo auf einem Parkplatz die Siegerehrung vor allem für die libyschen Sieger Salah Dirdira und Naser Hwas begangen wurde. Eingekreist in einer Wagenburg aus IFA und MAN Kat LKW liessen sich die PKW-Ersten Salah Dirdira (Naser Hwas war leider nicht dabei), Münch/Witt (Toyota, Deutschland) und Hutter/Cuerel (Range Rover, Schweiz) sowie die Motorrad-Sieger Leo Krucker (KTM, Schweiz), Thomas Spaarmann (KTM, Deutschland) und Christian Wölfl (KTM, Deutschland) bei alkoholfreiem Sekt und obligatorischer Sektdusche feiern.

Besonders Salah Dirdira zeigte sich beeindruckt von der Rally und dem Jubel, den er bei der Pokalübergabe bekam. "Die Rally hat mir sehr gefallen und ich hoffe, das wir uns im nächsten Jahr alle wiedersehen" so der Libyer. Auch er bemerkte zwar die "ungewöhnliche Organisation" der ersten Veranstaltung, konnte aber darüber lachen und stufte es als "Anfängerfehler" ein. Viel mehr freute er sich über die vielen neuen Kontakte - schliesslich hatten sich die Libyer auch im Camp in die Gruppe integriert.

Gedankt wurde im Rahmen der Siegerehrung auch dem libyschen Unternehmen Aania, das sich um die örtliche Organisation, Genehmigungen und vieles mehr gekümmert hat und sich auch für die rasche Einreise verantwortlich zeigte. Die gleichzeitig als kompetente Führer agierenden Aania-Mitarbeiter unter Leitung von "Mansour" freundeten sich schnell mit den Teilnehmern an und überraschten mit perfektem Englisch und einer vertraulichen Unkompliziertheit.

Dennoch nervös zeigten sich einige Rallyteilnehmer vor der bevorstehenden Ausreise. Die Gerüchteküche kochte schon vor der Rally, wie wird es in Libyen sein, werden wir rein-, werden wir rauskommen? Doch die Nervosität war unbegründet. Da es die Grenzer sehr genau nahmen, dauerte die Ausreise schliesslich durchschnittlich sechs Stunden - dabei war jedoch die Fahrgenehmigung für Tunesien der längste Wartefaktor. Die Aania-Mitarbeiter kümmerten sich auch auf der Grenze um die Teilnehmer und beschleunigten die Abfertigung.

Pikantes Hintergrunddetail zum Thema Nervosität: Gestern morgen wurden bei einer französischen Touristengruppe (keine Teilnehmer!) während einer Kontrolle archäologische Fundstücke gefunden, die diese illegal ausser Landes schmuggeln wollten. In Folge dessen wurden auch Touristen, die lediglich gewöhnliche Lavabrocken oder Steine im Gepäck hatten, vorläufig die Pässe entzogen bis die Ergebnisse einer gutachterlichen Betrachtung der Objekte vorliegen. Die Rallygruppe hatte Glück im Unglück, denn nach dem Fund ging die Anweisung an die Grenzer, alle Touristen genauestens zu durchsuchen. Davon sollte auch die Rally betroffen sein - doch auf eine detaillierte Kontrolle wurde schliesslich verzichtet und Fahrzeuge und Personen problemlos über die Grenze gelassen.

Am Abend legt der Rallytross einen Zwischenstopp in Tunesien knapp 150 Kilometer vor der Hafenstadt Tunis ein, bevor es am Freitagmittag auf die Fähre "C/F Carthage" zurück nach Genua geht. Auf dem Schiff werden die Teilnehmer nach zwei langen Überführungsetappen eine Siegerparty inklusive Alkohol nachholen - schliesslich war Alkohol und dessen Genuss die gesamte Rallyzeit über strengstens verboten. Am Samstag legt die Fähre im italienischen Genua an - das offizielle Ende der ersten Libya Desert Challenge.

Trotz den Problemen in der Orga sind die Teilnehmer insgesamt mit der Rally sehr zufrieden und würdigten die Leistung von Chef Tom Holzknecht, der seine ganze Energie vor und während der Rally in die Veranstaltung steckte und zuweilen auch einmal morgens um vier schlafend vor seinem Laptop aufgefunden wurde. Zusammen mit Co-Chef Achim Langer hat Holzknecht eine imposante Arbeit geleistet - trotz Orga-Fehlern und dem kurzfristigen Rücktritt (drei Tage vor der Rally!) des dritten Organisators Stefan Zaumseil, durch den Holzknecht und Langer mit entprechender Mehr-Arbeit belastet wurden. Holzknecht und Langer haben sich einen Traum erfüllt - und viele daran teilnehmen lassen.

Während der Fährfahrt von Tunesien nach Italien werden wir die Teilnehmer nochmals nach ihren Erlebnissen und Meinungen fragen - aber eines steht für alle jetzt schon fest: Die Libya Desert Challenge muss auch in Zukunft zum festen Rallyplan in der Amateurklasse zählen.

Artikel vom 03.03.2005, Autor: LDC Liveteam / hs

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