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Libya DC: Zweite Wüstenetappe führte durch hohe Dünen


Diese Etappe wird den Teilnehmern der ersten Libya Desert Challenge noch lange in Erinnerung bleiben. Eigentlich begann das Abenteuer für einige Teilnehmer schon gestern. Ausser zwei Fahrzeugen - einem BMW X5 (fast serienmässig) und dem knallblauen VW Kübelwagen schaffte es kein Teilnehmer der begleitenden Adventure-Class noch im Hellen durch die Dünen ins Ziel, so das die Rally-Touristen eine ungeplante Nacht im Sand unter freiem Himmel verbrachten.

Für heute hatte Veranstalter Thomas Holzknecht und seine Crew eine erste harte Dünenetappe versprochen - und diesen den Teilnehmern auch gegeben. Doch in der Organisation (bei der ersten Veranstaltung) darf auch einmal etwas schief gehen - und das löst manchmal eine Kettenreaktion aus.

Noch gestern versagte ausgerechnet der Kommunikationstruck - vor allem als Büro für die Orga eingesetzt - nach einem Schaden an der Kardanwelle seinen Dienst. Nach einer Reparatur durch die "Gelben Engel" von Andreas (Kran)-Burgard traf der "Kom-Truck" schliesslich doch noch tief in der Nacht im Camp ein, zu spät jedoch für die Auswertungen. Entprechend fehlten auch Daten für die Organisations-Mitglieder, die sich dadurch erst heute morgen auf den Weg zu ihren CP´s machen konnten.

Zu spät wie sich herausstellte. Denn die Organisations-Fahrzeuge mussten wie die Teilnehmer durch die Dünen. Und die waren zum Jubel der Teilnehmer gigantisch. Ergebnis: Die Teilnehmer liessen es fliegen, waren schliesslich schneller als die Streckenposten - so das nur der erste CP rechtzeitig besetzt wurde. Rallychef Thomas Holzknecht schnappte sich sein Funktelefon und liess sich mit einem Ultraleichtflieger ins Ziel fliegen - noch rechtzeitig, um selbst den Zieleinlauf zu managen.

Doch trotz des Troubels beschwerte sich keiner der Teilnehmer - im Gegenteil, die Etappe entschädigte für Alles. Sie begann mit über 150 Meter hohen Dünen, knapp 50 Kilometer mussten im teils weichen Sand bewältigt werden. Danach ging es 250 Kilometer über eine abwechslungsreiche und trickige Piste, die teils mit meterlangen Fech-Fech (Mehlähnlicher Sand) aufwartete und so für gigantische Staubwolken sorgte - das Roadbook wies zudem keine Fehler auf.

Das Wetter und das neue Camp sorgten ebenfalls für gute Laune. Sonnenschein bei 25 Grad und ein angenehmer Wind in den Dünen, ein nagelneues Camp mit gepflegtem Café und modernen sanitären Anlagen warteten nach dem Zieleinlauf.

"Eine unglaublich schöne Etappe, einfach klasse" schwärmte Toyota-Pilot Peter Bockelmann am Abend. Auch die Italiener Carlo und Emanuela Lumia (Toyota HZJ 105) schwärmten: "Wir hatten zwar schwer mit den Dünen zu kämpfen, doch solche Sandgiganten haben wir noch nicht gesehen. Bisher kannten wir nur kleine Hoppeldünen, aber das war Vergnügen pur. Lange Auffahrten, steile Abhänge und lange Passagen dazwischen, und dann die Piste, sehr schön!"

Auch MAN-6x6 KAT Fahrer Uwe Ziegler, Transporteur und bis tief in die Nacht noch in den Dünen, jubelte: "Solch einen Tag wie heute möchte ich in meinem Leben öfter haben!" Werkstatt-Truck Pilot Claus Krueger von KOS Motorsport fand die Etappe schlicht nur "endgeil". Bis auf einige Motorräder, die wegen Spritmangels liegen blieben (die Tankstation für die Motorräder kam ebenfalls zu spät am Tankpunkt an), kamen alle Teilnehmer ins Ziel.

Wolfgang Pasetti, der sich gestern noch von seinem legendären Toyota-Rallycar symbolisch verabschiedete, ärgerte sich heute besonders: "Da haben sie schon einmal eine so aufregende Strecke mit riesigen Dünen geschaffen und ich kann sie nur als Passagier sehen. Das soll wohl eine Strafe dafür sein, das ich unnachgiebig immer wieder mit meinem alten Fahrzeug angetreten bin".

Die touristische Adventure-Class - immer noch auf eigenen Wegen unabhängig von der Rally unterwegs - wird auch die kommende Nacht in den Dünen verbringen. Mit zwei Ausnahmen: Der BMW X5 und der VW Kübelwagen schafften es zwar spät, aber erneut durch die Dünen.

Aus Rücksicht auf die fehlenden CP´s wurde die Etappe für die Motorräder heute nicht gewertet. Die morgige Etappe wird aus Rücksicht auf die Adventure Class sowie erst spät in der Nacht eintreffende Servicetrucks durch einen Ruhetag ersetzt. Weiteres Pech am Abend: Der besagte Magirus-Kommunikationstruck sowie ein Servicetruck der Adventure-Class fallen mit einem Kupplungsschaden aus - eine wirkliche Challenge.

Weitere Informationen über die aktuellen Tabellenstände sowie ein neues, ausführliches Video präsentieren wir Ihnen morgen in den News.

Artikel vom 24.02.2005, Autor: LDC Liveteam / hs

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