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Libya Rally Raid: 5. Etappe wird wegen Suchaktion verschoben



Aufgrund des heftigen Sandsturmes am Samstag (wir berichteten) wurde die 4. Etappe der 1. Libya Rally Raid derart durcheinander gewürfelt, das die für Sonntag geplante 5. Etappe nun auf den Montag verschoben wird - sollte sich das mittlerweile wieder schöne Wettr halten. Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 km/h hatten Unmengen an Sand aufgewirbelt und die Sonne zeitweise fast bis zur vollen Dunkelheit verdeckt. Die Sichtweiten betrugen in Spitzenzeiten (Windhosen) nur bis zu 2 Meter.

Nachdem der 2. CP sein Fahrzeug gestern in den Dünen versenkte und es zuerst so aussah, das der CP nicht besetzt werden konnte, kamen am späten Nachmittag gute Nachrichten. Die im Sand verloren geglaubten Sandbleche fanden sich wieder an und die Orga-Crew konnte sich wieder selbst aus der Havarie befreien und den CP wie geplant besetzen.

Doch nicht alle Teilnehmer erreichten das Ziel. Am späten Abend kamen die Toyota Landcruiser Teams Eisenmann/Eisenmann und Asmus/Asmus im Camp an - völlig verdreckt und total geschafft. "Es war unglaublich, eine sehr anspruchsvolle Etappe" berichtet Malte Asmus. "Wir sind die meiste Zeit mit dem Team Eisenmann zusammen gefahren, doch die Sicht war so schlecht, das man nur bis zur nächsten Dünenkuppe sehen konnte. In den Dünen haben wir uns dann ein paar mal verfahren und festgefahren, die einbrechende Dunkelheit machte es nicht einfacher." Trotz erneuter Schäden am Auto sind Vater und Sohn Asmus begeistert: "Diese Rally ist nichts für zarte Fahrer - wer es sich richtig geben will, muss hier teilnehmen."

Heftiger war es bei den Mercedes-Teams Dhont/De Bruijn (Mercedes G320) und Kessler/Schreier (Mercedes ML). Die Belgier kamen gut durch - doch dann fiel das GPS aus, keine Chance mehr zur Navigation. So blieb die Mercedes G-Crew stehen und meldete die Havarie per Satellitentelefon. "Bitte bleibt auf Eurer Position, wir holen Euch raus, sobald es hell wird" hiess es am Abend von der Organisation, die am Sonntag morgen umgehend aufbrach, die Belgier zu suchen. "Wir haben einen Korridor, in dem Sie sich aufhalten müssen. Im schlimmsten Fall ist es also nur eine Frage der Zeit, wann wir sie finden. Wasser haben sie an Bord und das Auto ist noch fahrbereit."

Ebenfalls draussen blieb der Mercedes ML von Hans-Dieter Kessler, dem das letzte Quentchen Glück fehlte. Nur 20 Kilometer vor dem Ziel (von knapp 300 Kilometern Wertung durch die Dünen) fuhr er sich in einem tiefen Kessel fest. "Durch die Dunkelheit war es unmöglich, da sicher rauszukommen" berichtet Kessler am Sonntag Morgen. "Als es hell wurde, aber wir es erneut probiert und konnten uns befreien. Doch dann ist uns kurz vor dem Ziel (2 Kilometer) der Sprit ausgegangen und wir mussten auf die Organisation warten, die uns mit neuem Sprit versorgte. Es war eine Erfahrung der anderen Art - jetzt freue ich mich vor allem auf das Essen." Trotz der Erlebnisse und einer leicht defekten Ölwanne denkt Kessler nicht ans aufgeben: "Klar, wir starten morgen wieder."

Aufgrund des Sandsturmes musste das Camp am Samstag ebenfalls kurzfristig verlegt werden. Auf dem eigentlichen Campground war der Sandsturm derart heftig, das das Cateringteam um Pit Frey nicht aufbauen konnte. "Heute gibt es Holzfällersteaks mit Pommes und Salat, das wollen wir gerne ohne Sand servieren" so Frey. Also entschied man sich für einen Campingplatz, rundum mit Mauern versehen. Es wurde dennoch sandig - aber es hielt sich im Rahmen.

Artikel vom 23.03.2008, Libya Rally Raid Liveteam








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