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 | Libya Rally Raid: Bewaffnete Soldaten und hilfsbereite Polizisten |

 |  | | Libyen ist ein aussergewöhnliches Land, nicht nur durch seine Landschaften. Die Bewohner sind äusserst freundlich, meinen es auch ernst mit ihrer Freundlichkeit und helfen, wo es nur geht. Interessanter sind aber die "Offiziellen" des Landes. So hatten viele schon nach den ersten beiden Tagen ihre persönlichen Erfahrungen.
Das aufregendste Erlebnis hatte die Rennleitung, die mitten in der Nacht die Strecke abfuhr um die CPs zu besetzen. "Plötzlich wurden wir von einem Toyota mit lauter bewaffneten Uniformierten gestoppt" berichtet Rennleiter Marco Bölling, "erst dachten wir an eine Entführung, aber dann sahen wir die offiziellen Zeichen und hielten an."
Die Bewaffneten stellten sich als Soldaten heraus, die in der Wüste für Sicherheit sorgen sollen. Leider konnten die Soldaten weder englisch noch französisch und zudem mit den (auf englisch) ausgestellten Erlaubnis-Unterlagen nichts anfangen. "Verhaften" hiess es nach wenigen Minuten. Doch die Rennleitung weigerte sich standhaft und rief Organisator Wolfgang Pasetti an. Dieser eilte flugs zu der beschriebenen Position und brachte eine arabische Übersetzung der Rallygenehmigung mit. Diese änderte das Verhalten der Soldaten umgehend - aus "Gefährlich" wurde "Freundlich" und man liess die Rennleitung weiterfahren.
Eine ganz andere Erfahrung machte das Presseteam, das mangels Alternativen ebenfalls auf der Teilnehmerstrecke ins nächste Camp fahren musste. Das Pressefahrzeug, besetzt mit drei internationalen Journalisten und einem Kameramann, erwischte mit der Beifahrerseite des Mitsubishi L200 ein Treibsandfeld und blieb stecken. Die Dunkelheit nahte und man sicherte das Auto mit einem Blinklicht - was unerwartet einen Toyota Landcruiser der "Tourism Police" anlockte.
Doch statt "Polizei-Militärischem-Ton" erwartete die Journalisten eine munter gelaunte Gruppe von Polizisten. Ein Bergeversuch schlug fehl, daraufhin sicherte man die Stelle mit Blaulicht und Blitzlampen und leuchtete sie mit Scheinwerfern aus. Unerwartet boten die Polizisten Wasser, Essen und Zigaretten an, öffneten alle Türen des Polizei-Toyotas und legten eine CD mit Reggae-Musik ein. "Dann bleiben wir halt hier und passen auf Euch auf. Mögt Ihr die Musik?"
Es blieb nicht bei den Polizisten. Zwei libysche Tourist-Guides schlossen sich dem bunten Treiben an, kurz daran stiessen auch zwei Fahrzeuge der Reiseagentur "Aania" dazu sowie zwei Teilnehmer der Rally - aus einem einfachen "Festfahren" wurde ein spontanes Happening. Erst mit dem Eintreffen des Service-Trucks der Firma Daktec endete die Havarie - und die "Dünenparty"...
Artikel vom 17.03.2008, Artikel: Libya Rally Raid Liveteam

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