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 | Libya Rally Raid: Die zweite Etappe "härter als auf der Dakar" |
 Am frühen Donnerstag Nachmittag ist die zweite Etappe der 1. Libya Rally Raid erfolgreich beendet worden. Nach einer Überführung von knapp 80 Kilometern mussten 150 Kilometer ausschliesslich in Dünen bewältigt werden. Keine gewöhnlichen Dünen, sondern die mächtigen und bis zu mehrere hundert Meter hohen "Kathedral-Dünen", für die Libyen bekannt ist.
"Ich habe in meinem Leben schon viel gefahren, aber das heute war das Heftigste, härter als auf der Dakar" berichtet der Belgier Bernhard Dhont (ORC Mercedes G320), der mehrfach die "Mutter aller Wüstenrallys" sowie diverse FIA-Veranstaltungen gefahren ist. "Die Etappe begann easy, schöne langgezogene Dünen mit festem Sand, auf dem man schnell fahren konnte. Doch mit der Zeit wurde es immer heftiger. Vor einem gigantischen Dünenaufstieg haben wir gestoppt und auf die anderen Teilnehmer gewartet, das wäre allein zu gefährlich gewesen" so der Belgier.
In der Tat wurde die Strecke mit jedem Kilometer anspruchsvoller. Am Ende war Teamwork angesagt. "Der Sand war hart, aber die Dünen wurden höher und höher, steiler und steiler und links und rechts taten sich tiefe und butterweiche Trichter auf. Da wäre man alleine so nie mehr rausgekommen" berichtet Thomas Eisenmann (Toyota Landcruiser). "Vor einer grossen Düne wartete der ORC Mercedes der Belgier und einige andere Teams, wir haben dann entschieden, den Rest der Strecke gemeinsam zu bewältigen."
Gemeinsam halfen sich die Teilnehmer von Düne zu Düne. "Es war unglaublich hart" bestätigt auch Andreas Wulf (Nissan Navara), "ohne die Teambildung wäre es schwer geworden." Was die Gruppe erst im Ziel erfuhr: Eigentlich sollte die Strecke nicht so schwer werden, aber bei Kilometer 83 wichen die Teilnehmer vom Roadbook ab, da man einen Dünenkamm umfahren wollte. "Das war der Fehler" meint Rally-Chef Wolfgang Pasetti, "wären sie nach Roadbook weitergefahren, wäre es nicht so schwer gewesen."
Doch ausgerechnet die schwerste Etappe seiner Karriere dürfte dem Lübecker Andreas Wulf und seiner Copilotin Anja Bork den ersten Etappensieg überhaupt einbringen. "Wie es aussieht, sind wir heute die Ersten" freut sich Wulf, der zuvor ein wenig Bedenken vor der Etappe hatte. "Es war schwer und wir hätten das unserem Auto nicht zugetraut - aber es ging, besser als wir dachten. Das ist ein tolles Gefühl, eine derartige Etappe nicht nur bewältigt zu haben, sondern eventuell auch den Tagessieg zu bekommen."
Der Tagessieg ist in Teilen übrigens auch ein Geschenk des Belgiers Dhont. Dieser hatte kurz vor dem Ziel gehalten, um den Sieg dem Toyota-Team Asmus/Asmus zu "schenken". Doch Malte Asmus und sein Vater waren früher gestartet als Wulf/Bork, daher dürfte das Nissan-Team am Ende vorne liegen.
Nur sechs Pkw und zwei Trucks starteten am dritten Rallytag noch in Wertung, nachdem das britische Team Garnham/Garnham sich auf der ersten Etappe erst den Allradantrieb und dann eine Radaufhängung zerstörte. Zwei Fahrzeuge crashten auf der 2. Etappe in den Dünen, nach letzten Informationen soll es keine Verletzten geben, mindestens eines der Fahrzeuge kann weiter teilnehmen.
Nach ca. 5 Stunden (ca. 14:00 Uhr deutsche Zeit) erreichten die ersten Teilnehmer das neue "Camp Africa", in dem der Rallytross nach dem eingeschobenen Ruhetag nur noch zwei Nächte verweilen wird. Weitere Informationen über den Tag, weitere Stimmen sowie aktuelle Ergebnisse reichen wir an dieser Stelle in Kürze nach.
Artikel vom 20.03.2008, Artikel: Libya Rally Raid Liveteam

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