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Libya Rally Raid: Dreifach-Prologsieg für ORC zwei erste Ausfälle




Nach der erfolgreichen An- und Einreise begann die 1. Libya Rally Raid am Montag mit dem Prolog in der nord-libyschen Stadt Suara (wir berichteten). Der knapp vier Kilometer lange Auftakt der Rally endete mit einem Dreifachsieg des schwäbischen Mercedes-Team ORC. Tagessieger wurden Dietmar Hermle und Rolf Blaess mit einem komplett neu aufgebauten Mercedes G500, an zweiter Stelle schafften es die Belgier Bernhard Dhont und Johan De Bruijn (Mercedes G320) über die Ziellinie gefolgt von Hans-Peter Kessler und Michael Schreier im überarbeiteten Mercedes ML.

Bester Truck (von den zwei Gestarteten) wurde heute das Team Schumann/Gröger im Mercedes Unimog vor dem Team Schumann/Schumann, ebenfalls im Mercedes Unimog.

Der Prolog sollte zum einen als Auflockerung zwischen den langen Überführungen dienen und zudem einen Vorgeschmack auf die kommenden Tage bieten. Doch der er begann auch mit "kleinen" Änderungen im Roadbook: Dieses hatte als Anhaltspunkt diverse Fischerhütten eingezeichnet, die jedoch in der Zeit zwischen der Vortour und dem Start abgebrannten - umso schwieriger gestaltete sich die Navigation.

"Hmm, wir haben irgendwie einen Kilometer mehr auf dem Tacho als angegeben" grinst Malte Asmus, der zusammen mit seinem Vater Detlef Asmus in einem Toyota Landcruiser gestartet ist. "Die Navigation war sehr knifflig, durch die fehlenden Hütten gab es kaum Anhaltspunkte." Beide schafften es am Ende auf Platz 6 - und lieferten sich kurz vor dem Ziel mit Dietmar Hermle direkt neben der Strandbrandung auch gleich das erste Duell der Rally.

Simon und Matt Garnham aus England liessen es am ersten Tag mit ihrem Toyota Landcruiser ruhiger angehen: "Wir warten auf die Dünen im Süden." Beide hatten im vergangenen Jahr für Aufsehen gesorgt, als sie auf der Transsyberia Rally von Moskau (Russland) in die Mongolei das 23-Fahrzeug-starke Porsche Team ärgerten, als sie nicht nur einen Tagessieg einfuhren, sondern zwischenzeitlich auch die Gesamtwertung übernahmen. Beide kamen heute als Fünfte ins Ziel.

Für die Brüder Thomas und Andreas Eisenmann aus der Schweiz ist die 1. Libya Rally Raid eine besondere Premiere. Erstmals in ihrer (Amateur-)Rallykarriere buchten sie einen Rallyservice für ihr Fahrzeug. "Auf der Erg Oriental haben wir zur gleichen Zeit ölverschmiert unter dem Auto gelegen und sind kaum zum Schlafen gekommen. Es ist sehr angenehm, einfach ins Camp zu kommen und den Mechanikern zuzuschauen, wie sie das eigene Auto fixen" grinst Thomas Eisenmann, "die Investition war nicht billig, aber wir geniessen sie!"

Pech hatte gleich am ersten Tag der Crailsheimer Roland Kilzer, der mit seinem "Dakar-Proto" (ein 4x4-Buggy auf Land Rover Discovery Basis) schon auf der Überführung in Tunesien Probleme hatte. "Immer wenn ich Gas gebe, will er nicht mehr" ärgert sich Kilzer. Zum Prolog trat er erst gar nicht an. Am Abend versuchte er noch, den Schaden zu reparieren - doch bisher vergebens: "Wir finden die Ursache nicht" so Kilzer. Am Abend entschied er sich, die Rally bei den Touristen fortzusetzen.

Als Touristen reisen vorläufig auch Andreas Wulf und Anja Bork mit. Zwar traten beide mit ihrem Nissan Navara T2 im Prolog an und beendeten diesen mit Platz 9, doch Beifahrerin Anja Bork fing sich kurz vor der Anreise eine schwere Erkältung ein. "Anja geht es nicht gut" berichtet Andreas Wulf, "wir haben daher entschieden, auch bei den Touristen mitzufahren. Allerdings halten wir uns die Option offen, wieder in Wertung zu starten, wenn es Anja besser geht."

Im Anschluss an den Prolog ging es weiter ins knapp 280 Kilometer entfernte erste Camp zwischen Nalut und Ghadames "in the middle of nowhere". Am Abend dann eine Neuerung in der deutschen Amateur-Rallyszene: Organisator Wolfgang Pasetti überreichte den Tagessiegern Pkw und Lkw in einer Mini-Siegerehrung jeweils einen Tagespreis - das soll fortan jeden Tag fortgesetzt werden.

Nach dem Prolog und den Überführungen bleibt es anspruchsvoll. Am Dienstag morgen geht es zuerst in eine 174 Kilometer lange Überführung, im Anschluss startet die erste Etappe der Rally: Ganze 397 Kilometer müssen in Wertung bewältigt werden. Die Strecke besteht überwiegend aus Piste, gegen Ende gibt es erste sandige Passagen. Ziel ist der Ort Idri, in dem der Rallytross einen Tag verweilt bevor es weiter ins Camp Africa geht.

Artikel vom 17.03.2008, Artikel: Libya Rally Raid Liveteam








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