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Pharaonen Rally: Doppelausfall der beiden Tarek, Lavieille gewinnt




Heute dürfen es Teilnehmer und Beteiligte der Pharaonen Rally 2004 etwas ruhiger angehen. Nachdem der Rallytross gestern in der weitläufigen Oase Siwa ankam und sein Biwak am Rande des "Sand of Sea", einer gewaltigen Dünenformation, aufschlug, verbleibt die Karawane heute in Siwa und startete in zwei Rundkursen in die fünfte Etappe.

Am frühen morgen starteten die Motorräder in die erste von zwei gemeinsam rund 358 Kilometer langen Etappen - aufgrund des Unfalles von Richard Sainct wurde die zweite Etappe für die Motorräder jedoch gecancelt. Und so waren die ersten Motorräder bereits nach knapp 1,5 Stunden wieder im Ziel, um den Rest des Tages auszuruhen, weitere Aktionen standen für sie nicht auf dem Plan. Die PKW und LKW starteten gegen 9.00 Uhr in die Doppeletappe, die ersten Fahrzeuge waren erst gegen Mittag zurück im Camp.

Ruhe und Kraft hatten viele auch dringend nötig, denn obwohl die Oase Siwa als eine der grössten und wasserreichsten Oasen Ägyptens zählt, sind die Temperaturen aufgrund der niedrigen Lage (17 meter unter dem Meeresspiegel) und der Abgeschiedenheit der Wüste (über 400 Kilometer bis zur nächsten Zivilisation) extrem angestiegen und machen Fahrern, Begleitern und auch der Technik das Leben schwer. Gegen Mittag wurden im Camp nahezu 43 Grad gemessen.

Eine Überraschung gab es heute an der Spitze: Sowohl Stephane Henrard als auch Jean-Francois Guinot konnten sich nur noch mit Mühe und Not ins Ziel schleppen, bzw. mussten geschleppt werden. "Wir haben uns nach ca. 27 Kilometern die rechte Vorderradaufhängung gebrochen" berichtet Stephane Henrard angeschlagen, "auf drei Rädern sind wir mühsam ins Ziel gekrochen". So wie es ausschaut, kann Henrard die Rally aber weiter fortführen.

Mehr Pech hatte sein Teamkollege Jean-Francois Guinot im zweiten Tarek. Aus bisher ungeklärten Gründen blieb er mit angeschlagener Schnauze und einem defekten Motor in den Dünen stehen und musste ins Ziel geschleppt werden. "Für ihn sieht es eher schlecht aus" berichtet Kollege Stephane Henrard, "so wie es ausschaut, kann sein Motor wohl nicht mehr repariert werden".

Wie es auch kommt, beide kassierten heute hohe Zeitstrafen, so das die Aussicht auf einen Sieg oder einen vorderen Platz auf jeden Fall dahin ist. Mehr dazu weiter unten im Artikel.

Nutzniesser der Tarek-Ausfälle ist der charmante und immer freundliche Christian Lavieille, erstmals in einem Ford Protruck unterwegs. "Ich freue mich sehr über den Etappensieg" berichtete Lavieille im Ziel. Allerdings ist noch nicht sicher, ob er auch zukünftig an seinem Protruck festhalten wird: "Das Fahrzeug ist sehr schnell und sehr leicht, hat aber seine Schwächen im tiefen Sand. Ohne Reifenfüllsystem ist man mit diesem Wagen aufgeschmissen, das ist ab nächstem Jahr auf der Dakar und vielen anderen Veranstaltungen allerdings verboten" so der Franzose. "Mal schauen, ich teste den Protruck für diese Veranstaltung und dann sehen wir weiter."

Heute war zudem der Tag der Zeitstrafen - satte 11 Penalties wurden heute erhoben. Am härtesten traf es - wie angesprochen - Stephane Henrard und Jean-Francois Guinot, beide kassierten jeweils über 13 Stunden Strafzeit. Auch der Russe Misikov, unterwegs in einem Promotech Nissan Pickup, kann mit insgesamt 23 Stunden Strafzeit alle Aussichten auf eine vordere Position abschreiben.

Einen Totalausfall gab es leider auch für die "Stars der Herzen", die drei ägyptischen Jeep Cherokee-Teams. Mehr dazu finden Sie in unser aktuellen Reportage "Pech oder Fluch" in der Rubrik [ DATABASE ]

Und so wurde das Feld heute komplett gemischt. Auf den vordersten Positionen der Tageswertung liegen heute Christian Lavieille, Alain de Mevius, Marco Tempesitini, der Unimog von Giamoco Vismara sowie der Bowler von Albert Michiels.

Wie erwartet trat das KTM-Werksteam aus Pietät zu dem gestern tödlich verunglückten Motorradpiloten Richard Sainct heute nicht in der Wertung an. Die KTM-Werksfahrer trafen sich jedoch geschlossen haendehaltend am Start, hielten fuer eine Schweigeminute inne und starteten dann langsam symbolisch ein letztes mal gemeinsam. Die Servicetrucks verblieben jedoch im Camp, um den zahlreichen, weiter startenden Privatpiloten bis zur Beendigung der Rally Hilfe zu leisten. Auch im Camp herrschte bedrückte Stimmung - so wurde statt flotter arabischer oder rhytmischer Musik wie in den vergangenen Tagen heute nur klassische Musik gespielt.

Als gegen Mittag die Maschine von Richard Sainct durch das Bergefahrzeug ins Camp gebracht wurde, bildete sich schnell eine schweigende Menschentraube um die Reste des blauen Motorrades. Der erhebliche Schaden an Front und Heck liess das Ausmass des Unfalls erahnen. Veranstalter Jacky Ickx zog sich heute weitestgehend aus dem Rallygeschehen zurück, nachdem er gestern in einer bewegenden Ansprache - leider nur auf italienisch - Abschied von Richard Sainct genommen hatte.

Gesamtstand nach der 5. Etappe Siwa - Siwa

01) De Mevius/Eggermont | Bat Buggy | 20:33:07 | 00:00:00
02) Tempestini/Di Persio | Nissan Pathfinder | 21:39:59 | 01:06:52
03) Lavieille/Debron | Ford Protruck | 23:19:04 | 02:45:57
04) Anquetil/Toscano | Nissan Patrol GR | 23:55:03 | 03:21:56
05) Peeters/Legein | Bowler Wildcat | 24:07:05 | 03:33:58
06) Palik/Daraszi | Nissan Pickup | 24:22:49 | 03:49:42
07) Picco/Ronconi | Fornasari RR450 | 24:46:44 | 04:13:37
08) Michiels/De Mey | Bowler Wildcat | 25:21:37 | 04:48:30
09) Vismara/Cambiaghi | Mercedes Unimog | 26:28:59 | 05:55:52
10) Sugawara/Saiki | Hino Ranger | 26:51:14 | 06:18:07

Artikel vom 30.09.2004, Autor: Redaktion/hs

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01) Al Mutaiwei | 101 Pts.


01) Peterhansel | 90 Pts.


03) C. Sousa | 81 Pts.


04) Schlesser | 66 Pts.


05) Patissier/de Mevius | beide 45 Pts.







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