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Pharaons 2006: Doppelsieg für X-Raid auf der 3. Etappe







Ein wenig verspätet und deshalb in der "Kurzfassung": Die Geschehnisse des dritten Renntages von Dahkla in die Oase Farafra. Entgegen den beiden Vortagen ging es am Donnerstag etwas schneller voran, neben kleinen Dünen warteten überwiegend schnelle Pistenpassagen auf die Teilnehmer. Die Navigation stand im Vordergrund und entsprechend unterschiedlich fiel das Tagesergebnis (siehe in den News) gegenüber den Vortagen aus.

Mit einem Doppelsieg bewältigte das X-Raid BMW Team die knapp 320 Wertungskilometer. Der Spanier Jose Luis Monterde wird auf seinem X5CC immer besser und sicherte sich die Spitzenposition vor seinem neuen Teamkollegen Paulo Nobre aus Brasilien. Dabei leisteten sich beide einen unerbittlichen Kampf mit dem Russen Sergej Shmakov in seinem ZIL-Buggy, der seine Führung in der Gesamtwertung keinesfalls aufgeben wollte. Das musste er dann allerdings doch, denn durch seine beiden Etappensiege vom Mittwoch und Donnerstag übernahm Monterde nun den Thron - dazu noch mit 16 Minuten Vorsprung. "Jose Luis ist mittlerweile ein richtiger Spitzenfahrer geworden" berichtet ein Teammitglied. "Wir haben kleine Veränderungen an der Fahrzeugeinstellung vorgenommen, das hat er sofort bemerkt und sich über einen Geschwindigkeitszuwachs von 5 km/h gefreut. Neben seiner souveränen Fahrweise lässt er zudem auch das Fahrzeug heile, das macht richtig Spass!"

Das auch X-Raid Neuzugang Paulo Nobre aus Brasilien kein Amateur ist, beweisen seine Rennzeiten, die dicht auf die Monterdes und Shmakovs folgen. Das Auto ist absolut gleich - und obwohl Nobre noch dabei ist, Erfahrungen mit dem X5CC zu sammeln, kann er bereits jetzt problemlos mit seinem Teamkollegen mithalten - und das ebenfalls schadensfrei. Sowohl Nobre als auch Monterde fahren als Kunden bei X-Raid, sprich, sie haben Auto und Service bei den Treburern gemietet. Das beide mit den deutschen Autos und dem Service mehr als zufrieden sind, zeigt sich jeden Nachmittag nach den Etappen: Beide sitzen mit den Mechaniker und Teammitgliedern gemeinsam am Auto, strahlen "über beide Ohren" und beteiligen sich aktiv an der Abstimmung der Fahrzeuge - während die meisten anderen Piloten die "Arbeit" ihrer Crew überlassen und den Tag lieber gemütlich im Camp ausklingen lassen.

Zurück zur Etappe. Und neben den beiden BMW sowie dem Russen Shmakov sorgte vor allem ein Italiener für grosses Staunen: Giacomo Vismara schaffte es in der Gesamtwertung nach dem Ungarn Sandor Kis (Nissan Navara) auf den fünften Platz. Eigentlich nichts besonderes, wenn man nicht darauf hinweist, das Vismara mit einem Rally-Truck unterwegs ist. Mit einer eindrucksvollen Performance überholte der Italiener mit seinem Iveco Trakker einen Pkw nach dem anderen - und liegt nun auch in der Gesamtwertung auf Platz 8.

Für Sandor Kis hingegen bedeutete der gestrige Tag viel - endlich wieder vorne dabei, dazu mit genügend Rückstand auf den ihm folgenden Iveco. "Unser Nissan lief endlich einmal stabil und wir konnten zeigen, was drin ist" berichtet Zsolt Varkony vom RTL Motorsport Team. "Wir sind zum testen hier und das Auto ist das erste mal auf derartigen Pisten und in Dünen unterwegs, da kann dann natürlich noch der Wurm drin sein" so Varkony weiter, "deshalb ist das Ergebnis umso erfreulicher".

Da Kis durch seine hohe Zeitstrafe am ersten Tag sowieso keine Chancen mehr auf eine gute Platzierung hat, steht das Testen nun im Vordergrund. Umso mehr Zeit hat man dann auch, um anderen Teilnehmern zu helfen. So traf Kis nach einem Reifenwechsel auf die Italienerin Prisca Taruffi, die mit ihrem Promotech Nissan in einen Graben gerutscht und umgekippt war. Sandor Kis nahm die taffe Italienerin kurzerhand an den Haken und richtete das Auto trotz enger zeitlicher Wertung wieder auf. Als Belohnung gab es am Abend eine Flasche Champagner für die Fairness vom Rallychef Jacky Ickx persönlich.

"Ich bin mit dem Vorderrad in eine Furche geraten und war zu schnell, um noch etwas zu retten" berichtet Prisca Taruffi am Abend über ihre unfreiwillige Einlage. "Das Auto rutschte wie auf Schienen in den Graben und blieb auf der Seite liegen. Zum Glück nur ein Blechschaden. Allerdings fiel der Allradantrieb nach dem Umfaller aus und ich musste mit Zweiradantrieb weiterfahren - nicht schön bei den zahlreichen kleinen Dünen".

Gut im Rennen war gestern auch der Deutsche Rolf-Joachim Neugebauer, der als Beifahrer neben dem Franzosen Laurent Rosso in einem ehemaligen Dessoude Nissan Pathfinder unterwegs ist. Die Paarung ergab sich aus beruflichen Gründen: Neugebauer arbeitet ebenso wie Rosso in Dubai, entsprechend ist der Nissan auch mit arabischen Kennzeichen angetreten. Die harten Pisten liegen den beiden eher nicht so, vielmehr sind beide Dünenfans: "Wir kennen in den Emiraten jede Düne" lacht Neugebauer, "das ist unser Ding. Die Rappelei auf den harten Pisten geht einfach zu sehr auf das Material und den Körper". Die Etappe konnten beide dennoch mit einem guten 9. Platz beenden.

Mit dabei war am Donnerstag auch wieder der belgische Audi-Buggy - allerdings eher schlecht als recht. Der Silberling hatte laufend erneut mit technischen Problemen zu kämpfen und fuhr dem Feld nur hinterher. "Kein Grund sich zu ärgern" berichtet ein Teammitglied am Abend. "Wenn man bedenkt, das wir fast das ganze Auto selbst aufgebaut haben und dies sein erster Einsatz ist, ist die Quote doch ganz gut. Wir wollen Kilometer und Erfahrungen sammeln - um diese dann 2007 zu perfektionieren. Unser grosses Ziel ist schliesslich die Dakar 2008 - und bis dahin haben wir noch jede Menge Zeit.

Die Ausfallquote ist allgemein hoch: Von 22 gestarteten Pkw sind nur noch 17 im Rennen, gestern erwischte es mit Dominique Housieaux im Ralliart Mitsubishi Pajero auch einen prominenten Fahrer. An der Spitze bleibt es bei den Pkw weiter spannend, denn der Abstand zwischen den beiden BMW und dem russischen ZIL ist immer noch sehr knapp. Und Sergej Shmakov kündigt an: "Ich werde weiter kämpfen!"

Artikel vom 05.10.2006, Artikel: Pharaons Live Team/hs








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