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 | Pharaons 2006: Neues Nissan-Werksauto startet in Ägypten |
 Er wirkte schon bei seinem ersten Auftritt auf der Hungarian Baja 2006 imposant - und irgendwie mysteriös: Ein nagelneuer Nissan Navara T1, an der Front abgeklebt wie ein Erlkönig und mit einem Sound, der schon im Stand den Kokurrenten sagen wollte "Aufpassen, hier kommt was Besonderes". Die blaue Farbe verriet die Zugehörigkeit zum RTL Motorsport Team, die mit DC-Fix veränderte Front warf jedoch Fragen auf. Ein heimlicher Testwagen, eventuell von Nissan selbst?
"Nicht ganz", berichtete ein stolzer Sandor Kis, Besitzer und Pilot des Fahrzeuges - und am Ende Sieger der Hungarian Baja. "Es ist ein Werksauto, aber exklusiv für unser Team gebaut" klärt der Ungar auf. Auch die Abklebungen sind beabsichtigt, nicht aber, um einen Erlkönig zu verbergen. "Nissan Ungarn ist sich noch unschlüssig, ob man uns unterstützen will. Und solange machen wir eben keine Werbung für Nissan" löst ein Teammitglied hinter vorgehaltener Hand auf.
Doch wie kommt ein Privatier an ein Werksauto? Sandor Kis und Beifahrer Péter Czeglédi sind seit vier Jahren im Rallyraid-Sport aktiv, bestreiten regelmässig Wettkämpfe im FIA Marathonrally Worldcup sowie die Dakar. Seit Beginn setzt man auf Nissan Pickups - doch die "klassischen Semi-Fahrzeuge" hatten eben nie die Leistung und das Stehvermögen eines Werksfahrzeuges, Kis und Czeglédi jedoch den Mut und Biss eines potentiellen Werksfahrers - plus ein gutes Budget.
2003 entstand auf der Dakar der Kontakt zum damals neuen Nissan-Werksteam, im Frühjahr 2004 beschloss man eine Zusammenarbeit mit Nissan Motorsport Süd-Afrika, dem Hersteller der Werksfahrzeuge. Dieser lieferte fortan Motoren und Fahrzeugteile für die ungarischen Semi-Pickups. 2005 stellte Nissan Motorsport sein Werks-Engagement im Rallyraid-Sport ein, baut aber noch weiterhin Fahrzeuge für die Südafrikanische "ABSA"-Serie. 2004 nahmen Kis und Czeglédi erstmals an einem ABSA-Lauf teil und staunten über die leichten und schnellen Fahrzeuge.
So wuchs die Entscheidung, sich auch ein entsprechendes Fahrzeug bauen zu lassen - 2005 ging das Fahrzeug schliesslich in Produktion. Es sollte eine komplette Neuentwicklung werden, ein in dieser Form bisher einzigartiges Fahrzeug. Ein Jahr dauerten Entwicklung und Bau des neuen Navara Pickup bei Nissan Motorsport. "Es war wie damals, als wir in den Rallyraid-Sport einstiegen" berichtet der Chef von Nissan Motorsport, "Planung, Konstruktion und Bau erinnerten stark an die Entwicklung des 2004er Werks-Nissan".
Basis ist eine Rohrrahmenkonstruktion mit 4-Liter Sechszylinder-Motor, der weiter nach hinten und tiefer eingebaut wurde um den Schwerpunkt zu verbessern. Der Benziner leistet 289 PS bei 4.750 U/min und schafft ein Drehmoment von 477 Nm bei 4.000 U/min, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 186 km/h. Neuentwickelt wurde auch das sequentielle Sadev Sechsgang-Getriebe, ebenso wie Fahrwerk und Achsen. "Ein komplett neuer State-of-the-Art Nissan - un das ausgerechnet aus Osteuropa" schmunzelt ein Teammitglied.
Bevor es auf die Dakar 2007 geht, wollen die Ungarn nun auf der Pharaonen Rally in Ägypten die Leistung und Zuverlässigkeit testen. Zwar warten hier keine Race-Touareg und Mitsubishi Evo als Gegner, aber die Pharaons bietet die Dakar-ähnlichsten Test-Bedingungen - und mit zwei X-Raid BMW X5CC im Rennen hat man schliesslich doch noch zwei würdige Gegner gefunden, auch Dessoude könnte mit Yvan Muller und seinem neuen Nissan Pickup für Überraschungen sorgen...
Artikel vom 28.09.2006, Artikel: marathonrally.com/hs

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