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 | UAE Desert Challenge: Andrea Mayer startet mit einem Aixam Mega |
 Es könnte das "Duell der Deutschen Wüstenköniginnen" werden: In Dubai werden die Deutsch-Monegassin Jutta Kleinschmidt und die Ex-Mitsubishi Werkspilotin Andrea Mayer erstmals seit langer Zeit wieder als Konkurrentinnen aufeinander treffen. Während Kleinschmidt nach ihrem Dakar-Sieg als erste Frau 2001 von der Presse zur "Wüstenkönigin" tituliert wurde, galt Andrea Mayer in ihrer Zeit bei Mitsubishi als "Die neue Wüstenkönigin".
Während Kleinschmidt nun ihr mit Spannung erwartetes Debut mit ihrem X-Raid BMW X3CC gibt, begibt sich Andrea Mayer auf experimentelle Pfade "Back to the Roots". Gemeinsam mit marathonrally.com Mitarbeiter Jörg Sand startet Mayer nach diversen Einsätzen im KOS Kumho Buggy in Dubai mit einem Aixam Mega - einem französischen Kleinserienfahrzeug, das im Motorsport in der Vergangenheit bereits grosse Kapitel schrieb.
Aixam Mega baut seit 1983 Kleinstfahrzeuge, die mit einem Mofa-Führerschein gefahren werden dürfen. Aus einem solchem Kleinstwagen entstand Anfang der 90er Jahre der "Mega", ein Stadtflitzer, im Form und Grösse vergleichbar mit einem britischen Austin Metro. Um den Bekanntheitsgrad des Unternehmens zu erweitern stieg Aixam Mega 1990 in den in Frankreich beliebten "Eisrennsport" ein und schrieb hier bis ins Jahr 2000 grosse Erfolge. Grosse Namen fuhren damals Mega und drifteten wir wilde Hummeln durch die Eiskanäle: Stephane Peterhansel, Luc Alphand, Alexandre Debanne, Philippe Gache und sogar Jean Alesi.
1999 entwickelte die französische Rennschmiede SBM (Vorgänger von Mitsubishi-Motorsport/Ralliart Frankreich) speziell für die Dakar den "Mega Desert", ein Rallyauto, das seiner Zeit weit voraus war. Während die Dakar-Mitsubishi Pajero (wie das Siegerauto von Jutta Kleinschmidt) noch auf einer Rohkarosse aufbauten, war der Mega eine Gitterrohrrahmen-Konstruktion mit Kohlefaserverkleidung - eine Weiterentwicklung der sogenannten "T3-Evos", die kurz zuvor aufgrund ihrer Dominanz verboten wurden.
Als Motor diente ein Mitsubishi 3,5-Liter V6 aus einem Pajero, auch Getriebe und Achsen wurden von Mitsubishi übernommen. Revolutionär war vor allem das Fahrwerk des Dakar-Mega - kein Mitsubishi oder Nissan konnte hier mithalten.
Kein Geringerer als der mehrfache Dakar-Sieger Stephane Peterhansel pilotierte den Dakar-Mega im Jahr 2000 auf der legendären Wüstenrally und lieferte sich ein heisses Duell mit Jean-Louis Schlesser, damals noch im Renault Megane Pickup. Bei seinem ersten Einsatz schaffte es der Mega gleich auf Platz zwei. Es folgten noch ein Start auf der Orpi Maroc (Platz 4) sowie auf der UAE Desert Challenge (Platz 7) im gleichen Jahr, dann stieg Aixam Mega wieder aus dem Rallyraid-Sport aus - zu hoch waren die Kosten.
Nach nunmehr sechs Jahren haben Andrea Mayer und Jörg Sand den Mega mit Hilfe Stephane Peterhansels wieder aus dem Museum zurück auf die Pisten geholt - und erste Tests bestätigen: Der mit neuen Kumho-Reifen ausgestattete Mega ist nicht nur top in Form, sondern auch noch konkurrenzfähig.
Und so werden auf der UAE Desert Challenge 2006 nicht nur zwei deutsche Wüstenladies, sondern auch zwei spezielle Kompakte aufeinandertreffen: Ein Hightech X-Raid BMW X3CC gegen einen 2000er Mega aus dem Museum - in Zeiten modernster Entwicklungsstufen quasi ein Kampf "Urenkel gegen Uropa".
Artikel vom 27.10.2006, Artikel: marathonrally.com/hs

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