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 | UAE Desert Challenge: Ein fast schwarzer Tag für die Deutschen |
 Die zweite Etappe war (fast) ein schwarzer Tag für die deutschen Teams - und wie wir erfuhren, scheint das so Tradition zu sein bei der UAE Desert Challenge. Im vergangegen Jahr überschlug sich Ellen Lohr im ORC Mercedes ML, heute erwischte es Jörg Sand und Andrea Mayer (siehe Liveberichte). Bei Tempo 80 geriet der Mega ausser Kontrolle und wurde stark beschädigt - und das nach einer langen Reparaturnacht (gestern fiel die Kupplung aus). Zum Glück blieben Fahrerin und Beifahrer unverletzt.
Allerdings ist man schon wieder ein wenig optimistisch: "Andrea ist mit den Mechaniker draussen und holt das Auto ins Camp" berichtet Reporter und Beifahrer Jörg Sand gegen 16:30 (deutscher Zeit). "Auf jeden Fall ist die hintere Aufhängung defekt, dazu hat es den Ölkühler erwischt. Der Rest ist nur Optik" so der Kölner.
Pech auch beim Buggy von Sandro Wallenwein und Dr. Thomas Schünemann sowie beim Mitsubishi von Stephan Schott und Holm Schmidt. Während Wallenwein und Schünemann heute mit einem defekten Motor aufgaben (wir berichteten), hatte das 2drive/KS-Tools Mitsubishi-Team mit gleich drei defekten Reifen zu kämpfen. "Die hatten wohl nur zwei Ersatzräder dabei, der dritte Reifen musste neu aufgezogen werden, das kostete natürlich Zeit" berichtet Sand. Die aktuelle Platzierung der beiden ist derzeit noch nicht offiziell bekannt.
Besser lief es beim Deutsch-Französischen Mixed-Duo Joseph Rosso und Rolf-Joachim Neugebauer. Die beiden in Dubai ansässigen "Immigranten" fuhren ein souveränes Rennen und platzierten ihren blau-weissen Nissan Pathfinder (ein Ex-Dessoude Auto) auf Platz 19 in der Tageswertung - womit sich beide auf Platz 13 in der Gesamtwertung verbesserten.
Gut dabei waren hingegen Jutta Kleinschmidt und ihre schwedische Beifahrerin Tina Thörner. Die beiden pilotierten den X-Raid BMW X3CC heute auf Platz 6, womit sie sich in der Gesamtwertung auf Platz 8 verbesserten. "Wir sind sehr zufrieden mit dem Auto und unserem heutigen Resultat" berichtet Kleinschmidt gegenüber marathonrally.com Reporterin Rita Konya. "Wir haben uns nach einem Sprung von einer Düne einmal kräftig festgefahren, was uns schliesslich 15 Minuten Zweit kostete". Die beiden Mädels namen es mit Humor: "Auch ein gutes Training für die Dakar - so konnten wir einmal das ausbuddeln des BMW üben".
"Gestern haben wir noch einige Dinge am Fahrzeug gefunden, die man verbessern kann - aber das sind Kleinigkeiten" berichtet die Deutsche weiter. "Ich glaube, wir haben es geschafft, den X3CC schon ein ganzes Stück zu verbessern. Mitsubishi hat ein neues Auto, VW den Touareg weiterentwickelt - und dagegen sehen wir gar nicht so schlecht aus" so Kleinschmidt.
Mehr Pech hatten Jutta´s Teamkollegen Nasser Al Attiyah und Paulo Nobre. Am X3CC von Al Attiyah brach eine Antriebswelle: "Zuerst wollten wir den Schaden selbst reparieren, verloren aber über 30 Minuten Zeit und entschieden, die Antriebswelle am Servicepunkt reparieren zu lassen" berichtet der Qatari. "Die Jungs haben dann einen klasse Job gemacht und so verloren wir nicht allzu viel Zeit". In der Gesamtwertung verlor Al Attiyah vier Plätze und liegt jetzt auf Position 7.
Paulo Nobre im privaten BMW X5CC hatte heute mit Motorprobleme zu kämpfen und tauchte bis zum Abend nicht mehr in den offiziellen Listen auf. Besser lief es bei seinem Kollegen Jose-Luis Monterde und seinem belgischen Beifahrer Jean-Marie Lurquin. Monterde lieferte sich mit seinem X5 ein heisses Duell mit dem Südafrikaner Marc Corbett und dem Dubaier Yayha Al-Helai um Position 7 - und patzte dann kurz vor dem Ziel: "Fünf Kilometer vor dem Ziel buddelten wir uns ein" berichtet der Spanier, "das hat uns unnötig Zeit gekostet". Am Ende reichte es aber noch für Platz 6 in der Gesamtwertung.
Die "Top 3" machten heute Luc Alphand, Stephane Peterhansel und Jean-Luis Schlesser unter sich aus. Wie knapp die zweite Position für Peterhansel und seinen neuen MPR13 war, zeigt ein Blick in die Tabelle: Nur 10 Sekunden fehlten auf Schlesser in seinem Buggy. "Es war viel besser als gestern" berichtet Peterhansel gegenüber marathonrally.com. "Wir waren gut dabei, dennoch war es heute schwer, einen Rhythmus zu finden. Wir liegen in der Gesamtwertung nun auf Platz 5 - da sind noch viele Möglichkeiten drin". Besonder freute sich Etappensieger und Gesamt-Führender Luc Alphand: "Heute war alles perfekt, das Auto lief hervorragend. Wir fuhren zu Beginn gemeinsam mit Carlos Sainz, bis er mit Problemen stehen blieb. Wir führen - aber in den kommenden drei Tagen kann sich noch viel ändern".
Pechvogel im Mitsubishi-Team war wieder einmal der Japaner Hiroshi Masuoka. Fünf Kilometer vor CP4 ging unsere Kupplung kaputt und wir mussten sie in der Strecke reparieren, das hat uns über eine Stunde Zeit gekostet" so Masuoka. In der Gesamtwertung fiel der sympathische Japaner somit auf Platz 10 zurück.
Und was war mit dem Weltmeister? Sergej Shmakov trat zum Start an, ward dann aber nicht mehr gesehen. Technische Probleme? "Wir sahen ihn nur kurz nach den ersten Dünenfeld umkehren" berichtet ein französischer Teilnehmer - Shmakov fuhr tatsächlich ins Ziel zurück. Zu verlieren hat der Russe allerdings nichts - sein FIA Marathonrally Worldcup Titel ist ihm sicher.
Am morgigen Mittwoch starten die Teilnehmer in die dritte von insgesamt fünf Etappe und fahren dabei einen Rundkurs um das Wüstencamp Moreeb. Die Etappe beginnt 6 Kilometer neben dem Camp, führt über 263 Wertungskilometer und durch vier CPs und endet knapp 54 Kilometer vom Camp entfernt. Dabei gilt wie heute: Dünen, Dünen, Dünen...
Artikel vom 07.11.2006, Artikel: marathonrally.com/hs/rik/jos
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